Politik : Bo Xilai muss lebenslang ins Gefängnis

Chinesischer Politiker scheitert mit Berufung.

Peking - Vor Gericht ist der abgesetzte chinesische Spitzenpolitiker Bo Xilai mit der Berufung gegen seine Verurteilung zu lebenslanger Haft gescheitert. Trotz aller Gegenargumente des Ex-Parteichefs der Millionenmetropole Chongqing gebe es keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urteils, teilte das Hohe Volksgericht der Provinz Shandong am Freitag mit. Bo dürfte nie wieder in Freiheit kommen. Eine Begnadigung aus gesundheitlichen Gründen ist möglich. Bo wird bald seine Haftstrafe antreten müssen und verliert sein gesamtes Vermögen. Der Politkrimi um den ambitionierten Funktionär Bo hatte die Kommunistische Partei in die tiefste Krise ihrer jüngsten Geschichte gestürzt.

Der frühere Polit- Star, der einst gute Aussichten auf einen Aufstieg in die neue Führungsspitze hatte, war nach Enthüllungen im März 2012 als Parteichef der 30- Millionen-Metropole Chongqin geschasst worden.

An fünf Prozesstagen hatte der 64-Jährige alle Vorwürfe der Korruption, Untreue und des Amtsmissbrauchs von sich gewiesen. Er habe nie seine einflussreiche Stellung missbraucht, um den Mord seiner Frau Gu Kailai an dem befreundeten britischen Geschäftsmann Neil Heywood zur vertuschen. Das Urteil sei nicht gerecht, weil er ein Geständnis nur unter Druck geschrieben habe.

Der von Kritikern als Populist bezeichnete Bo Xilai ist Sohn des Revolutionsveteranen Bo Yibo, der zu den „Acht Unsterblichen“ der Partei gehörte. Wegen seiner sozialen Politik und „roten Kampagnen“ in Chongqing war er zur Galionsfigur der linken Kräfte in der Partei aufgestiegen. Aktivisten aus Chongqing werfen ihm vor, in der Stadt ein Terrorregime aufgebaut und systematisch alle Gegner ausgeschaltet zu haben. dpa/rtr

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