Politik : Böhmer: Staat versagte nicht bei Integration

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Berlin - Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration und Integration, die Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) sieht keine gravierenden Versäumnisse der Integrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte: „Ich würde den Vorwurf nicht teilen, dass der Staat zu wenig getan hat“, sagte Böhmer nach einem Treffen mit Vertretern von Migrantenverbänden, Stiftungen und Fachpolitikern in Berlin. Bei dem Treffen ging es darum, Beispiele gelungener Förderung junger Migranten zu präsentieren. Die Vertreter der Hertie-Stiftung und des German Marshall Fund betonten, man wolle nicht die Vergangenheit der Ausländerpolitik aufarbeiten, sondern zeigen, dass schon geringe Mittel erhebliche Wirkung hätten. So konnte die Hertie-Stiftung, die vor sechs Jahren mit der Bildungsarbeit für Migrantenkinder begann, bei ihrem ersten Grundschulversuch mit zehn zusätzlichen Stunden Sprachunterricht pro Woche erreichen, dass schon nach einem Jahr keines der Kinder mehr wegen Sprachproblemen die Klasse habe wiederholen müssen.

Nordrhein-Westfalen hat inzwischen eigene Vorschläge präsentiert. Auch die Regierung Rüttgers nennt im 20-Punkte-Plan, den das Kabinett am Dienstag beschloss, als „zentrale Herausforderung“ „Integration durch Bildung“. Integrationsminister Armin Laschet (CDU) setzt dabei auf Sprachförderung ab vier Jahren, mehr Ganztagsschulen, die vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien helfen sollen und auf Abbau der besonders hohen Arbeitslosigkeit junger Migranten. Außerdem will er Einbürgerungen fördern und eng mit muslimischen Organisationen kooperieren.ade

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