BÖHNHARDTS MUTTER : Großes Misstrauen

Die Mutter des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt hat dem Thüringer Untersuchungsausschuss ihr tiefes Misstrauen gegen die Polizei geschildert. Sie glaube inzwischen sogar nicht mehr, dass in einer der im Januar 1998 in Jena durchsuchten Garagen wirklich Sprengstoff gefunden wurde, sagte sie am Donnerstag. Die Ermittler hatten dabei nach offiziellen Angaben in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage anderthalb Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Brigitte Böhnhardt sprach von einem „sehr gespannten Verhältnis“ zur Polizei. Ihr Sohn habe ihr manchmal gesagt, dass er von Polizisten geschlagen worden sei. Den Verdacht, dass es gar keinen Sprengstoff gab, habe zuerst Mundlos bei einem der späteren Treffen geweckt. Nach allem, was sie inzwischen gehört und gelesen habe, habe sich dieser Verdacht noch verstärkt. Da sie der Polizei nicht vertraute, habe sie nie erwogen, die Ermittler zu den Flüchtigen zu führen. „Als Eltern haben wir immer gehofft, dass sie zurückkommen.“ Den Kampf um ihren Sohn, der erst in Diebstahlkriminalität und dann in die rechtsextreme Szene abglitt, schilderte die Lehrerin als „Niederlage, dass wir es nicht gepackt haben, ihn da rauszuziehen“. Schulen, Schulverwaltung und Jugendamt seien keine Hilfe gewesen. dpa

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