Politik : Böse Listen eines Kolumnisten

Düsseldorf/Stuttgart - Ein unangenehmes Ereignis für die CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (Nordrhein- Westfalen) und Günther Oettinger (Baden-Württemberg): Während die beiden wegen der Gespräche über die Landesbankenfusion Wogen glätten müssen, hat ausgerechnet einer der Redenschreiber von Rüttgers in der noch staatlichen Stuttgarter Zeitung „BW-Woche“ Oettinger gleich mehrfach frontal attackiert und dabei wenig schmeichelhafte Worte gewählt. Oettinger sei innerparteilich „schlecht vernetzt“, „schlecht informiert“ und „schlecht beraten“. Andere Südwest-Größen der CDU – wie Fraktionschef Stefan Mappus – werden als „Flachwurzler“ beschimpft.

Rüttgers ließ umgehend klarstellen, dass der 35-jährige Redenschreiber Claudius Rosenthal nicht in seinem Auftrag gehandelt habe. „Das Verhalten des Mitarbeiters ist absolut inakzeptabel“, schimpfte Regierungssprecher Andreas Krautscheid. Seit gut einem Jahr arbeitet Rosenthal für Rüttgers und bereitet dessen öffentliche Auftritte vor. Zuvor war er bei der „BW-Woche“, die auf ihn als Kolumnisten nicht verzichten wollte. Rosenthal bekam auch eine Erlaubnis dafür und schrieb unter dem Pseudonym Reinhard T. Kneitling. Als sich dessen kritische Artikel in der „BW-Woche“ häuften, suchte die Stuttgarter Staatskanzlei nach dem Autor, stieß auf Rosenthal und war nicht amüsiert. Inzwischen werden alle Artikel aus seiner Feder überprüft, die Nebentätigkeitsgenehmigung ist widerrufen. jz

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