Bolivien : Demonstranten nehmen Polizisten als Geiseln

Im südlichen Erdgasfördergebiet Boliviens halten Demonstranten etwa 40 Polizisten als Geiseln fest. Sie wollen ihrer Forderung nach mehr Ressourcen für die Ausbeutung der Erdgasvorkommen Nachdruck verleihen.

La Paz - Wie Innenminister Alfredo Rada mitteilte, wurden die Polizisten ins Rathaus der Kleinstadt Yacuiba gebracht und dort festgehalten. Die Demonstranten plünderten auch Büros der zum niederländisch-britischen Shell-Konzern gehörenden Firma Transredes. Fahrzeuge von Transredes wurden in Brand gesteckt, mehrere Menschen erlitten Verletzungen.

In einer weiteren Aktion blockierten zahlreiche Menschen Straßen in die Nachbarländer Argentinien und Paraguay. Am Dienstag hatte die Armee einen Mann erschossen und mehrere Menschen verletzt, als Demonstranten eine Pumpstation von Transredes besetzen und die Gaslieferungen nach Argentinien unterbrechen wollten. Die Pumpstation liegt im Gebiet von Margarita, wo etwa ein Fünftel von Boliviens Erdgasreserven vermutet werden. Die Provinzen von Gran Chaco und O'Connor streiten sich seit Wochen um die Einnahmen aus den Lizenzgebühren zur Ausbeutung der Erdgasvorkommen. Die Erdgasanlagen und Pipelines in der Region stehen seit Montag unter Kontrolle der Armee. (tso/AFP)

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