Politik : …Bolivien koaliert

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Alle Welt spricht von Jamaika. Kein Mensch redet von Bolivien. Bolivien kommt hier zu Lande überwiegend in den Fußgängerzonen vor. Da stöhnen viele Menschen nur auf und denken sich, geh’ bloß weg mit Bolivien, Panflöte, Poncho, El Condor pasa. Bolivien hat auch ein Motto: La union es la fuerza, „Die Einheit ist die Stärke“. Wahrscheinlich denkt deswegen keiner an Bolivien, weil Einheit zurzeit nicht zu haben ist, nur die jamaikanische Halluzination.

Bolivien hat aber auch Farben. Rot, gelb, grün, quer gestreift, von oben nach unten. Man könnte natürlich auch an Litauen denken, die litauische Koalition, aber bei Litauen ist gelb oben, grün in der Mitte und rot unten. Gelb oben, das kann doch nicht der Wählerauftrag gewesen sein.

Hier soll jetzt nicht Koalitionsverhandlungen vorgegriffen oder gar ein Wunsch geäußert werden – um Gottes willen nicht. Aber verwiesen werden muss neben Bolivien schon auch auf das im gut sortierten Handel erhältliche Buch: „Gesund durch Rot – Gelb – Grün“, in dem etwa 300 schmackhafte Sorten Obst, Gemüse, Getreide und Kräuter vorgestellt werden sowie ihre gesund machenden Inhaltsstoffe. Spinat gilt zum Beispiel als Jungmacher. Rotklee lindert hingegen Beschwerden in den Wechseljahren. Das gelbliche SanddornÖl hilft gegen Bluthochdruck und äußerlich angewendet bei Akne. Es gibt allerdings auch Beispiele, dass die Heilkraft bei Akne nicht immer wirkt. Die Bezeichnung Gemüse-Koalition birgt aber Gefahren, weil zum Gemüse auch Kraut und Rüben gehören.

Bolivien hingegen würde auch einen hübschen kleinen Seitenhieb beinhalten. In Bolivien stehen die Anden. Und in die Anden reiste einst die Junge Union. Mit Roland Koch, Peter Müller, Christian Wulff, Günther Oettinger und noch ein paar anderen. Dort schworen sich die jungen Unionisten, wahrscheinlich nach Genuss von Mate-Tee, niemals gegeneinander zu kandidieren oder den anderen öffentlich zum Rücktritt aufzufordern. Bis heute heißt diese Verabredung Andenpakt. Die Reise fand 1979 statt, da kannte in der Union noch niemand Angela Merkel. Nachträglich aufgenommen wurde sie auch nicht. Eine bolivianische Koalition würde den Schwarzen ganz hübsch eine lange Nase zeigen, ihr habt den Andenpakt, aber wir haben die Höhenluft.

Aus Bolivien ist noch zu berichten, dass an der Spitze der Zentralregierung mit Sitz in La Paz in 4100 Meter Höhe eigentlich der für fünf Jahre gewählte Präsident steht. Es konnten sich aber nur sehr wenige über die volle Legislaturperiode halten, weil es doch sehr häufig zu Umstürzen kam. Dies nur als Warnung.uem

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