Politik : Bomben gegen den Nato-Gipfel

Susanne Güsten

Istanbul - Wenige Tage vor einem Staatsbesuch von US-Präsident George W. Bush in Ankara und einem Nato-Gipfel in Istanbul ist die Türkei am Donnerstag von zwei Bombenanschlägen erschüttert worden. In der Istanbuler Altstadt explodierte ein Sprengsatz in einem Nahverkehrsbus und riss mindestens drei Menschen in den Tod; mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Wenige Stunden zuvor war in der Hauptstadt Ankara eine Bombe vor dem Hilton-Hotel explodiert, in dem Bush am Samstag einquartiert werden soll. Wer die Sprengsätze legte, war zunächst unklar. Offenkundig ist aber, dass mit den Anschlägen die Sicherheit des US-Präsidenten in Ankara und der Staats- und Regierungschefs aus 46 Ländern beim Nato-Gipfel in Istanbul in Frage gestellt werden sollte.

Der Anschlag von Ankara ereignete sich am Vormittag, als Anwohner unweit vom Hilton-Hotel ein verdächtiges Paket auf einer Treppe entdeckten und die Polizei alarmierten. Die Bombe explodierte, als sich zwei Polizisten näherten. Einem Polizeibeamten wurden beide Beine zerschmettert, der andere Polizist und ein Passant wurden leichter verletzt.

Beim zweiten Anschlag in Istanbul detonierte am Nachmittag ein Sprengsatz in einem Bus, als dieser gerade bei einem Blutspendezentrum vorfuhr. Schwer verletzte Menschen wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Schon vor zwei Tagen war in Istanbul eine kleinere Bombe explodiert, die an einem Transparent mit Anti-Nato-Parolen befestigt war. Dabei wurde ein Polizist verletzt.

Zwar bietet die Türkei allein für den Schutz des Gipfels rund 30 000 Sicherheitskräfte auf. Die Urheber der Anschläge wollen aber offenbar demonstrieren, dass absolute Sicherheit nicht zu erreichen ist. Der US-Geheimdienst will laut Presseberichten Hinweise darauf haben, dass Al Qaida einen Anschlag auf das Nato-Treffen plant.

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