Politik : Bombenanschlag im Baskenland: Passant in San Sebastian verletzt

Im spanischen Baskenland ist kurz vor dem Jahreswechsel erneut ein Bombenanschlag verübt worden. Bei der Explosion einer Zwei-Kilo-Bombe vor einem Gebäude der Sozialversicherung im Zentrum der nordspanischen Stadt San Sebastian wurde ein Passant durch Glassplitter leicht verletzt. Die baskische Regionalregierung machte am Donnerstag die Separatisten-Organisation Eta für den Terroranschlag verantwortlich. Diese bekannte sich aber zunächst nicht zu der Tat. Der mit einem Zeitzünder versehene Sprengsatz detonierte am späten Mittwochabend und richtete erheblichen Sachschaden an.

Wäre die Bombe zu einem früheren Zeitpunkt hochgegangen, hätte es nach Angaben der Polizei viele Opfer gegeben. Die Explosion ereignete sich gegenüber dem Kursaal-Palast, einem viel besuchten Kongress- und Kulturzentrum des spanischen Star-Architekten Rafael Moneo. Eine anonyme telefonische Warnung vor einer weiteren Bombe am nahe gelegenen Bischofssitz in San Sebastian erwies sich als falscher Alarm.

Bei Anschlägen der ETA sind in diesem Jahr in Spanien insgesamt 23 Menschen ums Leben gekommen; etwa 100 wurden verletzt. Die Organisation hatte Ende 1999 eine 14-monatige "Waffenruhe" aufgekündigt und ihre bislang blutigste Terroroffensive seit 1992 begonnen. An Weihnachten kam es zu einem Streit zwischen der spanischen Regierung und der autonomen baskischen Provinz, da das dortige öffentlich-rechtliche Fernsehen die Weihnachtsansprache des spanischen Königs nicht ausgestrahlt hatte.

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