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Bombenanschlag in Damaskus : Syriens Regierungschef überlebt Attentatsversuch

Am Montag ist neben einem Konvoi des syrischen Regierungschefs eine Autobombe explodiert. Er überlebte den Anschlag unverletzt. Medienberichten zufolge seien sechs Menschen ums Leben gekommen.

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Zeichen der Zerstörung. Ein ausgebrannter Bus steht am Straßenrand in Damaskus.
Zeichen der Zerstörung. Ein ausgebrannter Bus steht am Straßenrand in Damaskus.Foto: dpa

Der syrische Premierminister Wael Nader al Halki hat offenbar ein Bombenattentat unverletzt überlebt. Sechs Menschen seien gestorben, meldete das staatliche Fernsehen, als am Montag im morgendlichen Berufsverkehr in Damaskus eine Autobombe im Stadtteil Mezzeh detonierte. Unter den Toten sind ein Leibwächter sowie fünf Passanten. Der Fahrer des Premiers und ein weiterer Leibwächter erlitten nach Angaben der Opposition lebensgefährliche Verletzungen. In Mezzeh wohnen viele Regimegrößen; zahlreiche ausländische Botschaften befinden sich ebenfalls dort.

Der Sprengsatz, der möglicherweise an einem parkenden Auto befestigt war, ging an einer belebten Kreuzung hoch. Fernsehbilder vom Tatort zeigten eine ausgebrannte Luxuskarosse auf der Straßenmitte. Weitere demolierte Fahrzeuge standen am Straßenrand, darunter auch ein abgestellter Schulbus. Ob al Halki in einem der zerstörten Autos gesessen hat, blieb unklar. Der staatliche Sender al Ikhbariya strahlte wenig später Bilder des 49-jährigen Politikers aus. Sie zeigten al Halki bei einem Regierungstreffen, ohne dass jedoch klar war, ob die Aufnahmen vor oder nach dem Attentat entstanden sind. In einer Presseerklärung der Staatskanzlei wurde der Premierminister mit den Worten zitiert, dass die Angriffe zeigten, „wie entmutigt und verzweifelt die terroristischen Gruppen sind angesichts des Vorgehens der syrischen Armee“. Der aus Deraa stammende Politiker steht seit August 2012 an der Spitze der syrischen Regierung in Damaskus. Sein Vorgänger Riad Hijab hatte sich ins Ausland abgesetzt.

Der Anschlag war das schwerste Attentat auf die syrische Regimespitze seit knapp einem Jahr. Im Juli 2012 kamen bei einer Explosion im Lagezentrum des syrischen Sicherheitskabinetts der Schwager von Präsident Baschar al Assad, Assef Shawqat, der damalige Verteidigungsminister Daoud Rajha sowie der seinerzeitige Geheimdienstchef Hisham Ikhtiyar ums Leben. Assads Bruder Maher, der bis dahin das Kommando über die Vierte Elitedivision führte, wurde seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Er soll bei der Explosion ein Bein verloren haben. Im Dezember 2012 gelang es Attentätern, eine Autobombe auf dem Hof des Innenministeriums zu zünden. Elf Menschen starben bei dem Attentat. Damals hieß es zunächst, Innenminister Mohammed al Shaar sei unverletzt geblieben. Später gab das Regime zu, dass der Politiker am Rückgrat getroffen wurde.

Derweil kam es erstmals bei einem Chemiewaffenkomplex zu heftigen Gefechten zwischen Rebellen und Armee. Das sogenannte „Wissenschaftliche Studien- und Forschungszentrum“ liegt am Fuße der Qasioun-Berge nördlich von Damaskus. Die Anlage, auf deren Gelände sich auch ein Giftgasdepot befinden soll, ist stark befestigt.

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