Bombenanschlag in Istanbul : BND-Chef bezweifelt Beteiligung der PKK

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, stellt das Ermittlungsergebnis der türkischen Behörden zu den tödlichen Bombenanschlägen in Istanbul in Frage. Der BND hält eine Beteiligung von Al Qaida für wahrscheinlicher.

BerlinNach Einschätzung des BND ist nicht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für das Attentat vom 27. Juli verantwortlich. Das sagte BND-Präsident Ernst Uhrlau der "Bild"-Zeitung. "Das Attentat in Istanbul passt nur schwer zur PKK", zitiert das Blatt Uhrlau. Sowohl die Technik des Anschlags als auch Ort und Zeit deuteten eher auf einen islamistischen oder innertürkischen Hintergrund. Eine Täterschaft der Terrororganisation Al Qaida sei "nicht auszuschließen", sagte Uhrlau weiter. "Wir wissen, dass islamistische Terroristen auch in der Türkei am Werke sind."

Die türkischen Behörden hatten den Fall am Samstag als aufgeklärt bezeichnet und militante Mitglieder der PKK der Tat beschuldigt. Acht Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen. Nach Angaben der türkischen Zeitung "Hürriyet" bekannte sich einer der Verdächtigen zu der Tat, der zuvor von der PKK ausgebildet wurde.

Am vergangenen Sonntag waren nach der Explosion einer Bombe in Güngören, die zwei Passanten tötete, viele Menschen am Tatort zusammengelaufen. Bei der anschließend ausgelösten zweiten Explosion gab es 15 weitere Tote. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt. (küs/AFP)

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