Politik : Bombenanschlag in Moskau: Tschetschenen: Von Russen als "Schwarze" verachtet

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In Moskau leben etwa 200 000 Tschetschenen, die Zahl der aus dem Kaukasus stammenden Einwohner wird insgesamt auf eine Million geschätzt. Die meisten sind vor den dauernden Unruhen in ihrer Heimat in die Hauptstadt geflüchtet. Viele der Flüchtlinge sehen sich in Opposition zu den herrschenden Clans in Tschetschenien und stehen loyal zu der russischen Zentralregierung.

Besonders seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994 bis 1996 wird in der russischen Öffentlichkeit die Angst und das Misstrauen vor den pauschal als "Kaukasiern" bezeichneten Menschen geschürt. Verächtlich nennen viele Russen die Kaukasier "Tschornye", die Schwarzen. Nach der Serie von Anschlägen auf Wohnhäuser im September 1999 wurden in Moskau die Repressalien der Polizei gegen "Personen kaukasischer Herkunft" verschärft. Wer von seinem Äußeren her dem Klischee entsprach, musste besonders in Metro-Stationen mit Ausweiskontrollen, Verhören und vorübergehenden Festnahmen rechnen. Die Verantwortlichen für die Anschlagsserie konnten trotzdem nicht gefasst werden.

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