Politik : Bombenanschlag: Türkisches Konsulat in Düsseldorf attackiert

Bei einem Sprengstoff-Anschlag auf das türkische Generalkonsulat in Düsseldorf ist am frühen Dienstagmorgen ein Schaden von mehreren tausend Mark entstanden, aber niemand verletzt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat sich eine religiös-fundamentalistische Gruppe telefonisch bei einer in Offenbach erscheinenden türkischen Zeitung zu dem Anschlag bekannt und weitere Aktionen angkündigt. "Wir prüfen den Anruf", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Wenige Stunden später besetzten am Dienstagvormittag 14 Türken zeitweise die Schwedische Handelskammer in Düsseldorf, um gegen die Haftbedingungen in ihrer Heimat zu protestieren. Häftlinge in türkischen Haftanstalten haben wiederholt gegen die geplante Gefängnisreform protestiert. Bei Hungerstreiks sind mehrere Gefängnisinsassen gestorben. Auch bei Polizeiaktionen gegen die Proteste gab es Tote.

Ein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen bestehe nach ersten Erkenntnissen nicht, sagte ein Polizeisprecher. Die Handelskammer sei von den Demonstranten ausgewählt worden, weil Schweden derzeit die Ratspräsidentschaft in der EU innehabe, so der Sprecher. Er kündigte verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für türkische Einrichtungen an.

Der Sprengsatz, bei dem es sich wahrscheinlich um eine Handgranate handelt, sei gegen drei Uhr im Eingangsbereich des Konsulats explodiert. Dabei wurde ein Plexiglasvordach zerstört. "Wir haben Reste einer Handgranate gefunden", sagte der Polizeisprecher. Zudem gebe es ein Videoband. Dies zeige einen Mann, der einen Gegenstand in Richtung des Eingangsbereichs des Generalkonsulats schleudere.

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