• Bombenexplosion in Jakarta: Anschlag auf Residenz des philippinischen Botschafters fordert drei Todesopfer

Politik : Bombenexplosion in Jakarta: Anschlag auf Residenz des philippinischen Botschafters fordert drei Todesopfer

Bei einem Bombenanschlag im Diplomatenviertel von Jakarta sind am Dienstag drei Menschen getötet und 23 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei wurde eine Autobombe vor der Residenz des philippinischen Botschafters gezündet. Der Botschafter erlitt Kopfverletzungen. Ein Wachmann und zwei Passanten starben. Die Explosion hatte eine solche Wucht, dass umliegende Gebäude wackelten und Fenster zu Bruch gingen. Trümmer wurden 60 Meter weit geschleudert. Die philippinische Botschaft befindet sich zusammen mit anderen ausländischen Vertretungen in der Innenstadt von Jakarta, in einem Geschäfts- und Hotelviertel. Anderthalb Kilometer weiter befindet sich die Residenz der indonesischen Vize-Präsidentin Megawati Sukarnoputri.

Nach Angaben der philippinischen Regierung handelte es sich bei dem Attentat um den ersten Anschlag auf philippinische Diplomaten im Ausland überhaupt.

Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid brachte den Anschlag mit dem Kampf moslemischer Rebellen im Süden der Philippinen in Verbindung.

Die größte moslemische Guerilla-Organisation der Philippinen, die islamische Befreiungsfront Moro (MILF), dementierte umgehend, hinter dem Anschlag zu stecken. Die Gruppe war beschuldigt worden, eine Anschlagserie auf den Philippinen ausgeführt zu haben. Dabei waren Sprengsätze auch in Einkaufszentren Manilas gezündet worden.

Die moslemische Rebellengruppe Abu Sayyaf, die auf der philippinischen Insel Jolo weiter 17 Geiseln in ihrer Gewalt hält, äußerte sich zu dem Anschlag bislang nicht. In der Geiselkrise wollen die Kidnapper laut Chefvermittler Roberto Aventajado nun jedoch über die Freilassung aller Entführten verhandeln. Er halte es für möglich, dass sämtliche Geiseln innerhalb von zwei Wochen frei kämen, sagte er am Dienstag. Zuvor hatten die Entführer der Freilassung von nur vier weiblichen Gefangenen Vorrang eingeräumt. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden auf Jolo hat die Rebellengruppe Abu Sayyaf von dem bisher gezahlten Lösegeld in Millionenhöhe mindestens 1000 Gewehre gekauft.

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