Politik : Bombenlager bei Razzia in Istanbul gefunden

20 Terrorverdächtige wegen geplanter Anschläge verhaftet

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Istanbul (dpa). Mehr als einen Monat nach den verheerenden Selbstmordanschlägen von Istanbul hat die türkische Polizei ein Lager mit bombenfähigen Chemikalien aufgedeckt und damit möglicherweise neue Anschläge verhindert. Insgesamt nahm die Polizei bei Razzien in Istanbul und in der Stadt Konya 20 Verdächtige fest, wie türkische Medien am Dienstag berichteten.

Im Keller eines Hauses im europäischen Stadtteil Zeytinburnu stellten die Fahnder 12 Säcke Kaliumnitrat, Sprengstoff und Zündvorrichtungen sicher. Die Menge sei ausreichend gewesen, um fünf weitere Autobomben zu präparieren, schrieb die Zeitung „Sabah“. Gegen einen Bewohner des Hauses erließ ein Richter am Dienstagnachmittag Haftbefehl wegen Unterstützung von Mitgliedern einer illegalen Vereinigung. Der verdächtigte Türke sagte im Verhör, ein Verwandter habe das Material bei ihm untergestellt, ohne dass er von dessen Brisanz gewusst habe. Der Bewohner soll laut Medienberichten der Cousin von einem der vier mutmaßlichen Anführer der türkischen Terrorzelle sein. Diese habe die Aufträge zu den Anschlägen in der Türkei vom Terrornetzwerk Al Qaida entgegengenommen.

Das Lager mit den fertigen Bombenladungen hatte die Polizei ausgehoben, nachdem ein inhaftiertes mutmaßliches Mitglied der Verschwörer ausgepackt hatte. Bei den Anschlägen im November auf zwei Synagogen sowie das britische Generalkonsulat und eine britische Bank waren 62 Menschen getötet und mehr als 750 verletzt worden. Die Terroristen hatten damals das gleiche Düngemittel als Sprengstoff benutzt.

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