Politik : Bombensache

Markus Feldenkirchen

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Wir hier Hinter den Linden wollten einen letzten Suchversuch starten. Es kann doch nicht sein, haben wir uns gedacht, dass diese doofen Massenvernichtungswaffen da unten im Irak einfach mir nichts dir nichts verschwunden sind. Da sind Experten aus aller Welt zwischen Euphrat und Tigris rumgeflitzt, haben jeden zerbombten Acker persönlich umgepflügt, aber: nix mit Massenvernichtungswaffen. Die Sache wird langsam ärgerlich. Nun ist es so, dass wir, die wir Hinter den Linden sitzen müssen, nicht einfach so in den Irak fliegen können. Irgendwer muss ja noch auf die Politiker hier in Berlin aufpassen. Also haben wir die Internet-Suchmaschine www.google.de angeschmissen, weil die ja sonst fast alles findet. Wir haben also den Begriff „weapons of mass destruction“ ins Suchfeld getippt und dann den „Auf gut Glück“-Knopf geklickt, der einen – wenn man Glück hat – direkt auf die gesuchte Seite lotst. Was aber kam, war die netzübliche Fehlermeldung: „Diese Massenvernichtungswaffen können nicht angezeigt werden. Die von Ihnen gesuchten Waffen sind momentan nicht zu haben“, hieß es. Als weitere Option wurde uns dann angeboten: „Klicken Sie den Regime-change-Knopf oder versuchen Sie es später wieder.“ Immerhin war der folgende Warnhinweis echt hilfreich: „Wenn Sie George Bush sind und den Namen des Landes ins Suchfeld getippt haben, vergewissern Sie sich, dass Sie den Namen korrekt geschrieben haben (IRAQ)“ Und als letzte Option hieß es: „Klicken Sie den Bomben-Knopf, wenn Sie Donald Rumsfeld heißen.“ Wir haben die Suche dann wieder aufgegeben und verstehen jetzt, warum es so verdammt schwer ist, diese Dinger zu finden.

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