Bonner Bombe : Deutsche Bahn lobt 50.000 Euro für Hinweise aus

Auch sechs Wochen nach dem Fund der Bombe am Bonner Bahnhof ist unklar, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt. Die Deutsche Bahn AG unterstützt nun die Ermittlungen mit einer Belohnung von 50.000 Euro für Hinweise. Das BKA hat derweil ein neues Video eines mutmaßlichen Täters veröffentlicht.

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Ermittler beim Bombenfund in Bonn: Noch keine heiße Spur.
Ermittler beim Bombenfund in Bonn: Noch keine heiße Spur.Foto: dpa

Im Fall der Bonner Bombe haben die Sicherheitsbehörden mithilfe der Deutschen Bahn AG die Fahndung verstärkt. Der Konzern lobt seit Mittwoch eine Belohnung von 50.000 Euro für Hinweise auf den oder die Täter aus. „Von dieser ungewöhnlich hohen Summe erhoffen wir uns, dass sie einen finanziellen Anreiz für Zeugen bietet, sich mit wichtigen Informationen zur Tat an die Ermittlungsbehörden zu wenden“, sagte Gerd Becht, Mitglied des Vorstands der Bahn. Das Unternehmen ist besorgt, weil auch sechs Wochen nach dem Fund der Bombe am Bonner Bahnhof unklar bleibt, wer einen Anschlag verüben wollte.

Den in einer blauen Sporttasche versteckten Sprengsatz hatte ein Mann am 10. Dezember gegen 13 Uhr am Gleis 1 abgestellt. Sicherheitsexperten befürchten, der Bombenbauer oder eine möglicherweise hinter ihm stehende Gruppe könnte erneut einen Anschlag versuchen. Die Bundesanwaltschaft, die das Verfahren am 14. Dezember übernommen hatte, und das Bundeskriminalamt wenden sich nun auch mit weiteren Informationen und Fragen an die Öffentlichkeit. Das BKA zeigt auf Homepage und Facebookseite zwei Videosequenzen, in denen ein bärtiger Mann zu sehen ist, der am Tag der Tat mit der blauen Tasche durch den Bahnhof läuft. Die Bundesanwaltschaft hält einen islamistischen Hintergrund des versuchten Anschlags für möglich, ermittelt wird aber in alle Richtungen. Auch Neonazis, Linksextreme sowie unpolitische und womöglich psychisch gestörte Täter seien denkbar, heißt es in Sicherheitskreisen.

Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft gegen den aus Wuppertal stammenden Dschihadisten Emrah E. Anklage erhoben. Er hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass Ende 2010 der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor Anschlägen warnte. Von der pakistanischen Terrorhochburg Wasiristan aus hatte Emrah E. (24) beim BKA angerufen und behauptet, drei Angriffe stünden bevor. Das stimmte nicht, die Angaben ergänzten aber andere Informationen über Terroraktivitäten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 2012 in Tansania festgenommenen E. Störung des öffentlichen Friedens durch Vortäuschung von Straftaten sowie Mitgliedschaft bei Al-Qaida und der somalischen Terrororganisation Asch-Schabab vor.

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