Politik : Boock nennt Schleyers Mörder

Hamburg - Fast 30 Jahre nach der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns- Martin Schleyer gibt es neue Hinweise auf die mutmaßlichen Mörder. Der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock behauptete in einem am Freitag bekannt gewordenen Interview, die RAF- Mitglieder Rolf Heißler und Stefan Wisnieswki hätten im Oktober 1977 die tödlichen Schüsse auf den entführten Schleyer abgegeben. Die Aussage wird in der ARD-Dokumentation „Die RAF“ ausgestrahlt. Bis heute ist nicht geklärt, wer von der Roten Armee Fraktion (RAF) Schleyer ermordet hat. Die Bundesanwaltschaft bestätigte nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“, dass Boocks Aussage „aktuell geprüft“ werde. An der Glaubwürdigkeit Boocks werden von Experten immer wieder Zweifel geäußert.

Wisniewski hat wegen der Beteiligung an der Entführung und Ermordung Schleyers eine Haftstrafe von 20 Jahren verbüßt. Seit 1999 ist er frei. Heißler wurde nach 18 Jahren Haft im Oktober 2001 aus dem Gefängnis entlassen. Boock behauptet, dass ihm Heißler den Ablauf und auch den Ort der Erschießung in einem Waldstück an der belgisch-französischen Grenze geschildert habe. Nach „Spiegel“- Informationen stützt das Ergebnis der Obduktion von Schleyers Leiche die Aussage. Demnach wurde der Manager mit drei Schüssen aus nur einer Waffe ermordet. Allerdings deuten unterschiedliche Schusswinkel auf zwei verschiedene Täter. Zugleich bezeichnete sich Boock selbst als einen der Auftraggeber für die Ermordung. Nach seiner Aussage hielt er sich mit weiteren Angehörigen des Entführungskommandos zum Zeitpunkt von Schleyers Erschießung in Bagdad auf. dpa

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