Politik : Boot mit 85 Flüchtlingen gesunken

Istanbul - Mindestens 53 Flüchtlinge sind bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ums Leben gekommen. Nur wenige Kilometer liegen zwischen der türkischen Ägäisküste und den griechischen Inseln Chios und Samos. Doch das vollkommen überladene Boot mit bis zu 85 Flüchtlingen aus Palästina, Somalia und Irak an Bord, das am Samstagabend in Regen und Sturm in See stach, kam nicht weit. Es sank schon kurz nach der Abfahrt, schätzen die türkischen Behörden. Sechs Menschen wurden gerettet, doch für die meisten anderen wurde die erhoffte Überfahrt in die EU zu einer Fahrt in den Tod. Bis zum Montagnachmittag fanden türkische Sicherheitskräfte die Leichen von 53 Menschen, bis zu 26 weitere wurden noch vermisst. Am Hafenkai des Ortes Sigacik südwestlich von Izmir zeugte die stetig wachsende Zahl von Leichensäcken vom schlimmsten Flüchtlingsunglück in der Türkei seit Jahren.

Unterdessen kamen auch vor der westafrikanischen Küste bis zu 90 Flüchtlinge beim Versuch ums Leben. Sie hatten versucht, auf die Kanarischen Inseln zu gelangen. Vor der Küste der spanischen Ex-Kolonie Westsahara ertranken nach Angaben der marokkanischen Nachrichtenagentur Map bis zu 50 Afrikaner im Atlantik. Sie waren mit ihrem Boot in der Nähe der Hafenstadt Dakhla gekentert und wurden seither vermisst. Sechs Bootsinsassen konnten von einem Schiff der marokkanischen Marine gerettet werden.Die zweite Flüchtlingstragödie ereignete sich vor der Küste des westafrikanischen Landes Senegal. Bis zu 40 Afrikaner kamen ums Leben. Sie hatten sich nach senegalischen Medienberichten an Bord eines Flüchtlingsbootes befunden, das vor zwei Wochen mit 130 Menschen an Bord im Süden des Senegals in See gestochen war. sei/dpa

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