Politik : Bootsdrama: Fremde unerwünscht

In Australien wird Ende des Jahres eine neue Regierung gewählt. In Umfragen liegt die oppositionelle Arbeitspartei in Führung. Sie unterstützt zwar die harte Haltung der konservativen Regierung unter Ministerpräsident John Howard in der Flüchtlingsfrage, wirft ihr aber zugleich vor, sich bei den Wählern anzubiedern, die der steigenden Zahl von Flüchtlingen zunehmend ablehnend gegenüberstehen.

Dabei wird Australien im Verhältnis zu seiner Landfläche nur von wenigen Flüchtlingen angesteuert: In den ersten drei Monaten dieses Jahres beantragten dort nach UN-Angaben 2386 Menschen Asyl, in Deutschland waren es im selben Zeitraum 21 054, in Großbritannien 17 000 und in den USA 15 000.

Die Haltung gegenüber Einwanderern hat sich auf dem Kontinent mehrfach gewandelt. Bis in die 60er Jahre galt die Politik eines "Weißen Australiens", um Asiaten und andere Nicht-Europäer fern zu halten. Seit den 70er Jahren kamen viele Asiaten, darunter zehntausende Vietnamesen und kambodschanische Bootsflüchtlinge. In den vergangenen Jahren hat die Aufnahmebereitschaft stark nachgelassen.

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