Politik : Bosnien: Nach Ausschreitungen rufen Moslems zu Ruhe auf

Nach den schweren Ausschreitungen serbischer Nationalisten bei der Grundsteinlegung einer Moschee haben führende Vertreter der bosnischen Moslems zu Ruhe gemahnt. Es dürfe keine Racheakte geben, erklärte der Vorsitzende der islamischen Gemeinde in Bosnien, Mustafa Efendi Ceric. Die internationale Gemeinschaft solle nach einer Lösung suchen, sagte er am Montagabend. Politiker der bosnischen Serben verurteilten die gewaltsamen Proteste in Banja Luka, bei denen rund 40 Menschen verletzt wurden.

Der serbische Präsident Zivko Radisic sprach von einem Angriff gegen nationale und religiöse Toleranz. Der Präsident des serbischen Landesteils, Mirko Sarovic, erklärte, eine "mehr als ernsthafte" Reaktion der internationalen Gemeinschaft sei zu erwarten. Der serbische Polizeiminister Perica Bundalo und der Polizeichef von Banja Luka, Valdimir Tutus, boten ihren Rücktritt an. Die Regierung wollte darüber am Dienstag entscheiden.

Der internationale Bosnien-Verwalter Wolfgang Petritsch kritisierte die bosnisch-serbischen Behörden. Diese hätten den Extremisten erlaubt, ultranationalistische und intolerante Parolen zu verbreiten, sagte er. Mehr als 1000 serbische Nationalisten hatten mit ihren Protesten am Montag die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau einer Moschee verhindert.

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