Politik : Botschaft in Tripolis wieder eröffnet

Tripolis - Nach mehr als einem halben Jahr hat Deutschland seine Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis wiedereröffnet. Das teilte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Sonntag am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit. Die Botschaft war Anfang März, kurz nach Beginn des Aufstands gegen den damaligen Machthaber Muammar al Gaddafi, aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Alle entsandten Diplomaten wurden abgezogen. Seit Mai arbeitete dann ein deutsches „Verbindungsbüro“ in der Rebellen-Hochburg Bengasi. Die Botschaft und das Gelände wurden durch die Unruhen kaum in Mitleidenschaft gezogen. Westerwelle versprach der neuen libyschen Regierung Hilfe beim Wiederaufbau des Landes. Wichtigste Aufgabe der wiedereröffneten Botschaft sei es nun, beim Ausbau der Beziehungen zum „neuen Libyen“ zu helfen. Mit dem Eintreffen des neuen Botschafters Rainer Eberle sei die Vertretung voll arbeitsfähig.

Die Milizen des Übergangsrates drangen am Wochenende erstmals in die Innenstadt von Sirte vor, eine der letzten Hochburgen der Getreuen des gestürzten Diktators Muammar al Gaddafi. Dort hätten sie sich schwere Gefechte mit den Gaddafi-Truppen geliefert, um sich dann wieder „taktisch“ zurückzuziehen, berichteten arabische Fernsehsender am Sonntag. Die Milizen belagern die Stadt seit mehr als drei Wochen.

In Tripolis wurde einem Fernsehbericht zufolge ein Massengrab mit den Überresten von 1200 Menschen gefunden. Das Grab sei in der Nähe des Abu-Salim-Gefängnisses entdeckt worden, meldete Al Dschasira am Sonntag. In Abu Salim waren viele Oppositionelle gefangen gehalten worden. dpa/AFP

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