Politik : Brandanschlag auf Castor-Strecke

harm/ha

Unbekannte haben am Dienstagabend einen Brandanschlag auf eine Bahnbrücke bei Hitzacker in Niedersachsen verübt. Sie protestierten vermutlich gegen den in der Woche nach dem 12. November erwarteten Castor-Transport nach Gorleben. Die Brücke liegt auf der letzten Strecke, die die sechs Castoren passieren müssen. Gegen 20 Uhr 30 bemerkten Bundesgrenzschützer das Feuer. Die Strecke war um diese Zeit unbefahren. Nach ersten Untersuchungen erklärte die Deutsche Bahn, die Strecke bleibe vorerst gesperrt. Ob die verrußte Stahlbrücke noch Zugverkehr trägt, müsse geprüft werden. Die Polizei stuft die Brücke als enorm wichtig für den Transport ein. Ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums sagte, es gebe Alternativstrecken über die Straße, die aber schwerer vor Protesten abgeschirmt werden könnten. Bisher war vorgesehen, den Transport allein in Niedersachsen mit 18 000 Polizisten zu sichern. SPD-Bundestagsfraktionsvize Michael Müller forderte eine Verschiebung der Atommüll-Transporte wegen der hohen Arbeitsbelastung der Sicherheitskräfte.

Zu den Anschlägen auf Berliner Bahnstrecken vom Dienstag ging beim Tagesspiegel ein Bekennerschreiben von Castor-Gegnern ein. Wie berichtet, hatten Unbekannte an mehreren Stellen Hakenkrallen in die Oberleitungen geworfen und damit den Verkehr massiv gestört.

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