Brandanschlag in Sittensen : Hauptverdächtiger Neonazi lernte bei der NPD

Der mutmaßliche Haupttäter des Brandanschlags in Sittensen hat offenbar vor Monaten Wahlkampf für die NPD gemacht und enge Kontakte zu örtlichen Parteigrößen unterhalten. Im Besitz von Christian Sch. fand die Polizei eine Briefbombe.

BremenBei dem mutmaßlichen Haupttäter des Brandanschlags auf einen muslimischen Gebetsraum in Sittensen (Kreis Rotenburg/Wümme), dem 18-jährigen Christian Sch., hat die Polizei neben Neonazipropaganda eine dilettantisch gebaute und vermutlich funktionsuntüchtige Briefbombe gefunden. Sie sei an eine Beamtin der Rotenburger Kripo adressiert gewesen, berichtet der in Bremen erscheinende "Weser-Kurier".

In den Monaten vor dem Attentat hat Sch. dem Bericht zufolge für die rechtsextreme NPD Wahlkampf gemacht. Dabei habe er einen "kurzen Draht" zu NPD-Chefs wie Adolf Dammann aus Buxtehude, dem Vorsitzenden des Unterbezirks Stade gehabt. Anfang Januar habe der 18-Jährige auf einer Parteiveranstaltung in Hameln neben Parteigrößen wie Rechtsanwalt Jürgen Rieger eine Rede gehalten. An seinem Wohnort Sittensen wollte Sch. auch einen "NPD-Stützpunkt" mit einer Gruppe Jugendlicher aufbauen.

Mit fünf von ihnen habe er auch den Brandanschlag geplant und ihn mit zweien ausgeführt, berichtete die Polizei. Das Attentat in der Nacht zum Karsamstag war glimpflich ausgegangen. Das Feuer erlosch von allein, es blieb bei 10.000 Euro Sachschaden. (jvo)

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