• Brandenburger für Sachsens Geheimdienst Meyer-Plath soll zunächst Verfassungsschutz leiten

Politik : Brandenburger für Sachsens Geheimdienst Meyer-Plath soll zunächst Verfassungsschutz leiten

Dresden - Sachsen bekommt einen erfahrenen Beamten aus Brandenburg für den Chefposten beim Verfassungsschutz – vorerst aber nur kommissarisch. Gordian Meyer-Plath werde zum 15. August Nachfolger des scheidenden Präsidenten Reinhard Boos, teilte das Innenministerium am Donnerstag in Dresden mit. Der 43-Jährige werde das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) für eine Übergangszeit von einem halben Jahr leiten. Boos hatte Mitte Juli um Versetzung gebeten und damit die Konsequenzen aus einer Panne des Geheimdienstes bei der Aufklärung der Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle NSU gezogen.

Meyer-Plath war bisher Leiter des Referats „Auswertung politischer Extremismus“ im Potsdamer Innenministerium und wird abgeordnet. Seit 1994 ist er in unterschiedlichen Positionen der Verfassungsschutzabteilung im brandenburgischen Innenministerium mit Schwerpunkt Extremismus tätig.

Sachsen will nach dem Rückzug von Boos seinen Geheimdienst neu ordnen. Die Behörde war im Zusammenhang mit der Aufklärung zu den Verbrechen der NSU zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem überraschend Akten einer Abhöraktion auftauchten. Experten sollen den Geheimdienst des Landes nun kritisch unter die Lupe nehmen. Die unabhängige Kommission, der Ex-Generalbundesanwältin Monika Harms und Baden-Württembergs früherer Verfassungsschutzchef Helmut Rannacher angehören, soll Arbeitsabläufe und Strukturen prüfen und bewerten. dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben