Politik : Brandkatastrophe in Moabit: Es war ein Zwölfjähriger

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Berlin Ein zwölf Jahre alter Junge hat beim Zündeln im Treppenhaus die Brandkatastrophe von Moabit mit neun Toten am 8. August ausgelöst. Das Kind, das nicht strafmündig ist, hat die Tat nach längerem Leugnen zugegeben. Das teilte Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Dalheimer am Dienstag mit. Auch vier Angehörige seiner aus Polen stammenden Großfamilie starben bei dem Feuer sowie weitere fünf Mieter aus Albanien und Bosnien.

Der Junge hatte gegen 23 Uhr im Hausflur mit Papier gekokelt, die Flammen griffen dann auf abgestellte Kinderwagen über. Als Löschversuche scheiterten, rannte der Zwölfjährige mit seinem gerade hinzugekommenen neun Jahre alten Bruder zu den Eltern ins Hinterhaus und schrie „es brennt“. Die Mutter rief dann – nach einigem Warten – die Feuerwehr. Zuvor hatten bereits andere Hausbewohner den Notruf gewählt. Die Mutter soll gewusst haben, dass ihre Kinder gekokelt haben, hieß es bei der Kripo. Die Brüder und die Mutter haben bei mehreren Vernehmungen gleichlautend ausgesagt, dass die Kinder bereits um 20 Uhr im Bett gelegen hätten.

Der Zwölfjährige war im Haus für sein Kokeln bekannt, bereits vor zwei Monaten habe er im Keller ein Feuer verursacht, gestand er am Dienstag. Die Brüder sind jetzt bei Verwandten untergebracht. Gegen die Mutter wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflicht eingeleitet. Das Jugendamt ist eingeschaltet. Ha

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