Brandstiftung : Staatsanwaltschaft klagt Al Masri an

Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat Anklage gegen das CIA-Entführungsopfer Khaled al Masri erhoben. Dieser hatte im Mai ein Feuer in einem Neu-Ulmer Großmarkt gelegt.

Al Masri
Al Masri Der Deutsch-Libanese muss wegen Brandstiftung vor Gericht.Foto: ddp

MemmingenDem Deutsch-Libanesen werden gefährliche Körperverletzung, Beleidigung in zwei Fällen, Hausfriedensbruch, Brandstiftung und Sachbeschädigung zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. El Masri war Mitte Mai festgenommen worden, weil er ein Feuer in einem Neu-Ulmer Großhandelsmarkt gelegt haben soll.

Nach mehreren Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern des Marktes soll Al Masri am 16. Mai drei Reservekanister mit Benzin gefüllt haben und in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages zu dem Markt gefahren sein. Laut Staatsanwaltschaft drückte er dort mit seinem Auto eine Tür ein, schlug zwei weitere Türen ein und setzte dann Möbel und Waren in Brand. Der Gesamtschaden werde mit rund 300.000 Euro beziffert.

Die Staatsanwaltschaft gab eigenen Angaben zufolge ein Gutachten zur Klärung der Schuldfähigkeit Al Masris in Auftrag. Dieser befindet sich derzeit in einer psychiatrischen Klinik. Das Gutachten liege noch nicht vor. Mit Zustellung der Anklageschrift erhalte der Beschuldigte die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen, die er teilweise einräumte, zu äußern.

Al Masri war am 31. Dezember 2003 in Mazedonien wegen Terrorverdachts festgenommen und mutmaßlich vom US-Geheimdienst CIA im Januar 2004 nach Afghanistan verschleppt worden. Dort wurde er bis Mai 2004 festgehalten und nach eigenen Angaben auch gefoltert. Der Anwalt des Deutsch-Libanesen hatte sich schon Wochen vor der Tat mit einem Hilferuf an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. "Es mehren sich die Anzeichen, dass mein Mandant zusammenbricht", hieß es dort unter anderem. (Tsp mit ddp)

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