Breitscheidplatz Reaktionen : Muslime und Juden rufen zu Mahnwachen auf

Zentralrat der Muslime: Die böse Saat darf niemals aufgehen.

Trauer in der City-West. Ein Kerze am Rande des Geschehens. Foto: Fabrizio Bensch/Reuters
Trauer in der City-West. Ein Kerze am Rande des Geschehens.Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften haben zu gemeinsamen Mahnwachen aufgerufen. Der Zentralrat werde sich „mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die böse Saat, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu stiften, niemals aufgeht“, erklärte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag in Berlin. „Wir werden wachsam und entschlossen sein, und vor allem gemeinsam dafür einstehen, dass unsere Weltstadt Berlin mit ihren Menschen eine weltoffene, lebensfrohe und tolerante Stadt ist und bleibt.“ Die Tat erinnert laut Mazyek an die Attentate von Brüssel, Paris und Istanbul, „was uns Muslime zutiefst betroffen macht. Den Mörder dieser entsetzlichen Tat muss die volle Härte unserer Gesetze treffen.“ 

Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz
Am 22. Dezember wurden am Breitscheidplatz Betonpoller aufgestellt vom Technischen Hilfswerk. Foto: REUTERSWeitere Bilder anzeigen
1 von 50Foto: REUTERS
22.12.2016 10:17Am 22. Dezember wurden am Breitscheidplatz Betonpoller aufgestellt vom Technischen Hilfswerk.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte mit großer Bestürzung auf den Anschlag. „Wir sind zutiefst erschüttert“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Dienstag in Berlin: „Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, in der sich unsere Gesellschaft auf Werte wie Nächstenliebe, Güte und Frieden besinnt, wurde unser Land durch diesen abscheulichen Angriff erneut ins Mark getroffen.“

„Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden“, fügte Schuster hinzu. Den Verletzten wünschte er eine rasche Genesung: „Unser Denken und Handeln darf dennoch nicht von Terror und Angst vereinnahmt werden. Am 24. Dezember beginnen das Weihnachtsfest und das jüdische Lichterfest Chanukka. Mögen die Botschaften dieser beiden Feste uns Kraft spenden in diesen schweren Stunden.“ Tsp

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