Politik : Bremer CDU streitet über Konsequenzen aus Niederlage

Eckhard Stengel

Bremen - Die Bremer SPD will am Mittwoch die Sondierungsgespräche für die Bildung einer neuen Koalition aufnehmen. Ein Parteisprecher sagte am Dienstag, zunächst werde mit der CDU gesprochen. Für Freitagnachmittag ist ein Gespräch mit den Grünen geplant. Der frühere Bremer Bau- und Umweltsenator Jens Eckhoff (CDU) forderte indes indirekt die Ablösung seines Landesparteichefs Bernd Neumann, der gleichzeitig Kulturstaatsminister im Kanzleramt ist. Nach den Verlusten der CDU bei der Bürgerschaftswahl am vergangenen Sonntag verlangte Eckhoff eine Debatte über Strukturen, Inhalte „und auch Personen“ in der Partei. Dabei dürfe es „keine Tabus geben“, auch nicht beim Landesvorsitz, sagte Eckhoff am Dienstag dem Tagesspiegel.

Der 65-jährige Neumann ist mit 28 Amtsjahren dienstältester Chef einer Landes-CDU. Der Kulturstaatsminister führt seine Partei vor allem aus Berlin. Der 41-jährige Eckhoff war nacheinander Landesvorsitzender der Jungen Union, CDU-Fraktionschef und Senator. Er galt als Befürworter von Schwarz-Grün und will die CDU zur „modernen Großstadtpartei“ machen. Vor 15 Monaten trat er zurück, nachdem er sich mit seinen Ideen nicht hatte durchsetzen können und Neumann nicht ihn, sondern Innensenator Thomas Röwekamp als Vizeregierungschef und damit auch als Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl benannt hatte. Eckhoff begrüßte jetzt ausdrücklich den von Röwekamp durchgesetzten Kurswechsel hin zu sozialen Themen. Allerdings dauere eine Modernisierung mindestens sechs Jahre. Röwekamp sollte „das erste Gesicht der CDU werden“, meinte er.

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