Politik : Bremer Taliban bald frei?

Die USA erwägen, einige Häftlinge aus Guantanamo zu entlassen

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Berlin (dro). Die amerikanische Regierung erwägt die Freilassung einiger Häftlinge, die auf dem Militärstützpunkt Guantanamo Bay festgehalten werden. Das sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Dienstag. Offen ist bisher noch, ob der Bremer Taliban Murat Kurnaz dabei sein wird, sagte sein Rechtsanwalt Bernhard Docke dem Tagesspiegel. „Die Chancen stehen nicht schlecht“, so Docke. Denn die Freilassungen brächten die USA gehörig unter Druck. „Wie soll Washington rechtfertigen, warum sie die einen rauslassen und die anderen nicht“, fragt der Rechtsanwalt. Jetzt, wo endlich Bewegung in die Sache gekommen sei, ist Docke überzeugt, dass die angekündigten Freilassungen nur der Anfang sein werden.

Der Türke Murat Kurnaz war Ende vergangenen Jahres in Pakistan festgenommen und anschließend nach Guantanamo gebracht worden. Der Verdacht, Kurnaz habe Verbindungen zur Al Qaida, hat sich offenbar nicht bestätigt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe stellte ihre Untersuchungen ein, weil eine Einbindung in eine radikale, gewaltbereite Vereinigung nicht nachgewiesen werden konnte. Auch die amerikanischen Ermittlungen ergaben, dass Kurnaz nur ein Mitläufer ohne Kontakte zum AlQaida-Netzwerk ist. Dennoch wird er weiterhin gefangen gehalten. „Juristisch gesehen ist Guantanamo ein Niemandsland“, sagt Docke. Derzeit sind hier etwa 600 Menschen wegen möglicher Verbindungen zur Al Qaida inhaftiert.

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