Politik : Bremer „Taliban“ soll freikommen

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Berlin/Washington/Bremen - In den Fall des seit vier Jahren im US-Lager Guantanamo unter Terrorverdacht festgehaltenen Bremers Murat Kurnaz kommt erstmals Bewegung. Deutsche Diplomaten verhandeln nach Angaben der Bundesregierung vom Samstag mit Behörden in Washington über eine Lösung. Dies sei beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei US-Präsident George W. Bush im Januar vereinbart worden, sagte ein Sprecher.

Das Magazin „Focus“ berichtet, der so genannte Bremer Taliban, den die USA für einen möglichen Terroristen halten, solle in den nächsten Monaten freikommen. Die Bundesregierung rechne mit seiner Rückkehr bis zum Sommer.

Auch der Anwalt von Kurnaz, Bernhard Docke, sagte der dpa, es gebe zwischen deutscher und amerikanischer Seite Verhandlungen. Docke hat sich bislang vergeblich um eine Freilassung seines Mandanten bemüht, der im Januar 2002 in Pakistan festgenommen und dann nach Guantanamo auf Kuba gebracht worden war. Gegen ihn wurde bislang keine Anklage erhoben. Docke zufolge wurde Kurnaz auch gefoltert.

Nach Informationen des „Focus“ verlangen die USA, dass Deutschland Sicherheitsgarantien für den Deutschtürken übernimmt. In Form eines Memorandums oder eines Vertrages könne zum Beispiel seine lückenlose Überwachung garantiert werden. Das wollte der Sprecher der Bundesregierung nicht bestätigen. Kurnaz war kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA nach Pakistan gereist. Die US-Behörden werfen ihm vor, das Terrornetzwerk Al Qaida unterstützt zu haben. Er habe in Afghanistan mit den Taliban gegen die USA kämpfen wollen. Dies haben Kurnaz und sein Anwalt stets bestritten. dpa

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