Politik : Briefbomben und Drohungen Sprengsatz in Paris Patronen in Rom

Paris/Rom - In der griechischen Botschaft in Paris ist am Montag eine Briefbombe entschärft worden. Nach Angaben des griechischen Außenministeriums enthielt der in Italien aufgegebene Umschlag eine „Bombe begrenzter Sprengkraft“ und trug keinen Absender. In Italien erhielten Justizministerin Paola Severino und der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, am Montag Umschläge mit mehreren Patronen.

Die Pariser Polizei wurde nach eigenen Angaben zur griechischen Botschaft gerufen, nachdem aus einem an den Botschafter adressierten kleinen Umschlag Rauch entwichen war. Offenbar habe es sich um den „Beginn einer Explosion“ gehandelt. Demnach wurde der „rudimentäre“ Sprengsatz durch einen Wasserstrahl neutralisiert. Wie das Außenministerium in Athen mitteilte, wurde niemand verletzt, es entstand auch kein Sachschaden.

In dem am Montag an Roms Bürgermeister Alemanno versandten Umschlag befand sich neben zwei Patronen eine Todesdrohung der linksextremistischen Gruppe Rote Brigaden, teilte der Sprecher des Bürgermeisters mit. Demnach war der Brief von der „Zelle Galesi der bewaffneten Proletarier für den Kommunismus“ unterzeichnet. Der Umschlag an Severino enthielt keinen Absender. Mario Galesi war ein Mitglied der Roten Brigaden und wurde im März 2003 in einem Zug in der Toskana bei einer Schießerei mit der Polizei getötet. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Der an das Sekretariat des Römischen Rathauses adressierte Umschlag wurde bei den infolge eines Briefbombenanschlags vom vergangenen Freitag verstärkten Kontrollen entdeckt.

Am vergangenen Freitag war der Generaldirektor der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, bei der Explosion einer Briefbombe verletzt worden. Die italienische Anarchistengruppe Informelle Anarchistische Föderation (FAI) bekannte sich zu dem Attentat. Dieselbe linksextremistische Gruppe hatte sich zwei Tage zuvor auch zu dem Anschlagsversuch auf den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekannt.

Die FAI hatte sich in der Vergangenheit wiederholt zu Briefbombenanschlägen auf Banken, Behörden, Botschaften und Unternehmen bekannt. Die Roten Brigaden werden für fast 15 000 Anschläge in den 1970er und 1980er Jahren verantwortlich gemacht. AFP

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