Politik : Britin in Haft im Sudan: Mir geht es gut

London - Nach einer Woche in Haft hat sich eine britische Lehrerin, die wegen eines Teddys namens Mohammed im Sudan verurteilt wurde, erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. „Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass ich gut behandelt werde und vor allem, dass ich anständig zu essen bekomme“, erklärte Gillian Gibbons am Samstagabend in einer Mitteilung an den Sender Channel 4. Die Frau aus Liverpool war am Donnerstag wegen Beleidigung des Islams zu 15 Tagen Haft verurteilt worden, war aber schon am Sonntag vor einer Woche festgenommen worden. Gibbons’ Schüler hatten einen Teddy nach dem Propheten Mohammed benannt. Diese angebliche Beleidigung des Propheten hatte wütende Proteste im islamischen Sudan ausgelöst. Das britische Außenministerium teilte mit, die Regierung tue „alles, was sie kann, um dieses konsularische Problem so schnell wie möglich zu lösen“.

„Ich bin allen, die so viel für mich tun, sehr dankbar“, sagte Gibbons in ihrer Mitteilung, die sie über ihre Anwälte abgab. Sie habe in den Monaten, die sie in dem afrikanischen Land verbracht habe, „ausschließlich gute Erfahrungen gemacht“. „Ich bin sehr traurig, das Land zu verlassen. Wenn ich morgen zur Arbeit zurück könnte, würde ich das tun.“ Gibbons soll nach der Haft abgeschoben werden.

Die Oberhaus-Vertreter Lord Nazir Ahmed von der Labour-Partei und Baroness Sayeeda Warsi von den Konservativen versuchten am Sonntag weiter, den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir zu treffen, der als einziger Gibbons begnadigen kann. In London demonstrierte am Samstag eine kleine Gruppe Muslime vor der sudanesischen Botschaft für eine Freilassung. Nach der Verurteilung hatten Tausende Menschen in Khartum den Tod von Gillian Gibbons gefordert. dpa

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