Politik : Britische Fans randalieren in Stuttgart

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Stuttgart - Vor dem Achtelfinale der Engländer gegen Ekuador ist es in Stuttgart zu den schwersten Ausschreitungen bei der Fußball-WM gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden in der Nacht zu Sonntag fast 400 überwiegend englische Fans in Gewahrsam genommen. 375 von ihnen bekamen einen Platzverweis und durften daher die Stuttgarter Innenstadt nicht mehr betreten – das WM-Stadion liegt außerhalb dieser Sperrzone.

Schon in der Nacht zu Samstag hatten die Beamten nach Angaben der Polizei mehr als 120 Fußballfans festgenommen, die schwer alkoholisiert Passanten angepöbelt und mit Flaschen und Gläsern geschmissen hatten. Wie Hooligan-Fahnder berichteten, sei die deutsche Szene bislang nicht in Erscheinung getreten. „Das waren Prügeleien im Suff, nichts Organisiertes“, hieß es.

Auch bei den vergangenen WM-Spielen der Engländer war es in den Städten zu Ausschreitungen gekommen. Allerdings sind in Köln und Frankfurt deutsche Hooligans aus der Region aufgefallen, die britische Fans attackieren wollten. Die ostdeutsche Hooliganszene – Berlin, Leipzig und Dresden – sei bisher überraschend zurückhaltend, hieß es.

Beim Spiel zwischen Argentinien und Mexiko am Samstag in Leipzig wurden zehn Fans von Ordnern aus dem Leipziger Stadion geworfen, weil sie anderen die Sicht versperrt hatten. Der Sicherheitschef des WM-Organisationskomitees, Helmut Spahn, ist dennoch mit den Sicherheitskräften in den zwölf WM-Stadien zufrieden: „Wir hatten nur fünf Beschwerden bei 2,7 Millionen Zuschauern.“

Das Achtelfinale England gegen Ekuador war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet. Am Abend trafen auch Portugal und die Niederlande in Nürnberg aufeinander. AG

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