Politik : Britische Irak-Geisel hat neue Entführer

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Bagdad Bei Autobombenanschlägen im Irak sind am Montag mindestens 18 Menschen getötet worden. In Bagdad kamen bei zwei Explosionen mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. In Mossul sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe einer Schule in die Luft. Dabei starben fünf Menschen, elf weitere wurden verletzt, berichtete der arabische TV-Sender Al Arabija. Der im Irak vor drei Wochen verschleppte Brite Kenneth Bigley, 62, ist unterdessen nach Angaben seines Bruders Paul von seinen Entführern an eine andere Gruppe „übergeben“ worden.

In der Nacht zum Montag hatte die US-Armee ihre Luftangriffe gegen mutmaßliche Terrorstützpunkte in der Rebellenhochburg Falludscha fortgesetzt. Nach Angaben von Ärzten wurden dabei zwölf Menschen getötet, darunter zwei Frauen und sechs Kinder. Eine Abordnung von Bürgern der Stadt und irakische Regierungsvertreter verständigten sich am Sonntagabend auf eine Waffenstillstandsvereinbarung. Demnach sollen die US-Truppen ihre Kontrollpunkte an den Eingängen der Stadt räumen, die Widerstandskämpfer ihre schweren Waffen abziehen. Frühere Vereinbarungen dieser Art hatten wenig Wirkung gezeigt.

Der Bruder des enführten Briten Kenneth Bigley sagte in einem BBC-Interview, sein Bruder sei an eine „gemäßigtere“ Gruppe übergeben worden. Paul Bigley stützte seine Angaben am Montag auf entsprechende Medienberichte in Kuwait. Bei der Gruppe könne es sich um dieselbe Organisation handeln, die in der letzten Woche die beiden italienischen Geiseln Simona Torretta und Simona Pari freigelassen habe. Wenn sein Bruder von der „politischen zur finanziellen Szene“ gewechselt habe, werde es leichter sein, ihn freizubekommen, sagte Bigley. Das Außenministerium in London erklärte, die Angaben würden überprüft.

Kenneth Bigley war am 16. September zusammen mit den US-Bürgern Eugene Armstrong und Jack Hensley in Bagdad entführt worden. Die beiden Amerikaner wurden kurz danach vor laufenden Kameras enthauptet. Für die Verschleppung soll die Terrorgruppe Al Tauhid al Dschihad des jordanischen Topterroristen Abu Mussab al Sarkawi verantwortlich gewesen sein. dpa

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