Politik : Britische Schiffe vor Kenia

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Zwei britische Kriegsschiffe haben im Hafen der kenianischen Küstenstadt Mombasa angelegt. Wie ein Sprecher des britischen Hochkommissariats in der Hauptstadt Nairobi am Sonntag bestätigte, sollen dort bis zum 24. Dezember bis zu sieben Schiffe der Royal Navy festmachen.

Der Sprecher bestritt Mutmaßungen, nach denen dies im Zusammenhang mit einem Schlag gegen das an Kenia grenzende Somalia stehen könnte. "Die Marines verbringen in Mombasa lediglich ihren Weihnachtsurlaub", sagte der britische Diplomat. "Die Schiffe waren in den letzten Wochen im Einsatz entlang der Küste des Indischen Ozeans. Nun geht es darum, möglichst vielen Soldaten ihren Landurlaub zu ermöglichen", fügte er hinzu.

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Kenianische Medien vermuteten jedoch, dass die Briten gemeinsam mit amerkanischen Einheiten von Mombasa aus einen Einsatz in Somlia vorbereiten. Als Indiz dafür werden die hohen Sicherheitsvorkehrungen im Hafen der Küstenstadt gewertet. Nach Berichten der kenianischen Zeitung "Daily Nation" wurde das Gelände vollständig abgeriegelt. Bei den in Mombasa liegenden Kriegsschiffen handelt es sich um das U-Boot "Trafalgar" und das Versorgungsschiff "Royal Fleet Auxiliary". Noch am Sonntag erwarte man zwei weitere Schiffe, darunter einen Flugzeugträger, sagte der Sprecher des Hochkommissariats.

Vor zwei Wochen hatte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon vom kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi die Zusage erhalten, das ostafrikanische Land nötigenfalls als Stützpunkt für den internationalen Kampf gegen den Terrorismus zu nutzen. Somalia war in den vergangenen Tagen von westlichen Politikern wiederholt als nächstes Ziel genannt worden.

Als Grund werden mögliche Verbindungen zwischen dem Netzwerk des Terrordrahtziehers Osama bin Laden, Al Qaida, und der in Somalia operierenden islamisch-fundamentalistischen Gruppe Al Ittihad angegeben. Die somalische Übergangsregierung von Präsident Abdikasim Salat Hassan nahm unterdessen bis zum Sonntag mindestens neun mutmaßliche Terroristen fest.

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