Politik : Brüchige Waffenruhe in Nahost

Tel Aviv/Gaza - Die seit fünf Monaten währende Waffenruhe zwischen Israel und den radikalen Palästinenserorganisationen im Gazastreifen wird immer brüchiger. Bei einem israelischen Luftangriff wurden am Freitag nach palästinensischen Angaben vier Mitglieder der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad verletzt. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser 15 Raketen auf Israel ab. In den Grenzstadt Sderot wurde eine 80 Jahre alte Frau durch einen Granatsplitter leicht verletzt. Dutzende Israelis erlitten einen Schock. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert wollte noch im Laufe des Freitags mit der Armeeführung über eine Reaktion auf den Raketenbeschuss beraten.

Erstmals seit Beginn der Waffenruhe am 19. Juni bekannte sich die radikalislamische Hamas-Organisation zu den Raketenabschüssen. Der Sprecher des bewaffneten Flügels der Hamas, Abu Obeida, drohte Israel damit, dass es einen „großen Preis“ zahlen werde. Die auf sechs Monate befristete Waffenpause läuft im Dezember ab. Militante Palästinenser haben seit Dienstag vergangener Woche nach israelischen Armeeangaben mehr als 70 Raketen auf Israel abgefeuert. Bei israelischen Militäreinsätzen kamen während der gleichen Zeit neun militante Palästinenser und ein Zivilist ums Leben. Als Reaktion auf die jüngste Welle der Gewalt hat Israel den Gazastreifen weitgehend abgeriegelt. Während der vergangenen zehn Tage waren die Grenzübergänge nur am Dienstag und Mittwoch offen. dpa

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