Politik : Brücke nach Afghanistan

hmt

Duschanbe (hmt). Die Bundesregierung will Tadschikistan dabei helfen, die einzige sichere Verbindung ins Nachbarland Afghanistan für den Transport von Hilfsgütern auszubauen. Außenminister Joschka Fischer sicherte Präsident Emomali Rachmonow am Sonnabend in Duschanbe technische und finanzielle Hilfe zu. In das von der Nordallianz kontrollierte Gebiet führt vom nördlichen Nachbarstaat Tadschikistan aus nur eine Verbindung. Die Brücke über den Grenzfluss Pjandsch ist zerstört. Hilfsgüter für die notleidende Bevölkerung, die auf einem 60 Kilometer entfernten Flughafen ausgeladen werden, gelangen bisher nur auf Umwegen nach Afghanistan. Zudem will die Bundesregierung Tadschikistan künftig Entwicklungshilfe leisten.

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Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Der Außenminister sprach in Duschanbe auch mit dem offiziellen Außenminister Afghanistans, dem Nordallianz-Vertreter Abdullah Abdullah. Anschließend sagte Fischer, er habe bei seinen Gesprächen über die Zukunft des Kriegslandes "ein hohes Maß an gleichgerichtetem Denken" gefunden. Als wichtigste Ziele nannte Fischer: Wahrung der territorialen Integrität des Landes, Selbstbestimmung auf breiter ethnischer Grundlage, die Einbeziehung des Königs, eine enge Abstimmung mit den Nachbarländern und den UN sowie umfangreiche humanitäre Hilfe.

Bei den Gesprächspartnern gebe es aber "immer auch die Angst vor dem zweiten Gedanken", sagte Fischer. Damit spielte er auf den Umstand an, dass sowohl unter den Gegnern der Taliban als auch unter den Nachbarländern große Interessenunterschiede auszumachen sind. Während etwa Pakistan eine Beteiligung von Taliban-Abspaltungen ("moderate Taliban") an einer neuen Regierung wünscht und um den eigenen Einfluss fürchtet, lehnt Tadschikistan dies strikt ab. Auch Fischer äußerte sich ablehnend. Die Regierung in Duschanbe meint, dass der Anteil der Tadschiken im Nachbarland weit höher sei als etwa Pakistan zugebe, und leitet daraus Mitspracherechte ab.

Unicef: Kinder über den Winter bringen

Berlin (AFP). Das Kinderhilfswerk Unicef und prominente Deutsche riefen zur Hilfe für notleidende afghanische Kinder auf. Die Kieler Ministerpräsidentin Heide Simonis, Literaturnobelpreisträger Günter Grass, die Talkmasterin Sabine Christiansen sowie die Schauspielerinnen Vanessa Redgrave und Corinna Harfouch starteten in Berlin die Aktion "Bringt die Kinder durch den Winter".

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