Brüder im Geiste : Chávez besucht Castro

Der nach schwerer Krankheit genesende kubanische Revolutionsführer Castro greift wieder stärker in die Politik der Insel ein. Überraschend empfing er den venezolanischen Präsidenten Chávez.

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Archivbild: Fidel Castro und Hugo Chavez.Foto: dpa

HavannaDer nach mehr als zehn Monaten von schwerer Krankheit genesende kubanische Revolutionsführer Fidel Castro greift wieder stärker in die Politik der Insel ein. Am Dienstag empfing er überraschend in Havanna den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Zudem wurde auch der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega in Kuba erwartet. Zu dem Treffen Castros mit Chávez wurden zunächst nur Archivfotos verbreitet.

Nach Angaben der kubanischen Staatsmedien berieten die beiden miteinander verbündeten Staatsmänner insgesamt sechs Stunden miteinander. Sie hätten unter anderem die gemeinsamen Entwicklungsprogramme und die Integration des wirtschaftspolitischen Bündnisses Alba (Alternativa Bolivariana para las Americas) analysiert. Heute traf der Venezolaner zu Gesprächen mit der kubanischen Regierung zusammen.

Keine Angaben über Castros Gesundheit

Aktuelle Bilder von der Begegnung wurden zunächst nicht verbreitet. Angaben über den Gesundheitszustand Castros, der im August 81 Jahre alt wird, wurden ebenfalls nicht gemacht. Zuletzt hatte es geheißen, er sei völlig gesund. Chávez hatte ihn unlängst aufgefordert, sich nach der langen Krankheit in der olivgrünen Uniform zu präsentieren. Die Staatsagentur Prensa Latina veröffentlichte deshalb ein Archivfoto mit Chávez und Castro, der einen Kampfanzug trug.

Castro selbst, der vor mehr als zehn Monaten die Regierungsgeschäfte wegen seiner Erkrankung an seinen Bruder Raúl abgegeben hatte, habe Chávez zu diesem Arbeitsbesuch eingeladen, hieß es. Chávez ist ein Bewunderer Castros, der sein ganzes Leben gegen die Vorherrschaft der USA gekämpft hat. Nach dem Wegfall der Hilfe der kommunistischen Sowjetunion hat Venezuela die Rolle des lebenswichtigen Wirtschaftspartners übernommen und Kuba seither mit vielen Millionen Dollar unterstützt. (mit dpa)

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