BRÜDERLE : Offene Zukunft

Welche Rolle wird Rainer Brüderle in der Bundespartei spielen, kann er FDP-Vize bleiben? Auf dem NRW-Parteitag in Duisburg forderte Landesparteichef Daniel Bahr, der ebenfalls für einen Vizeposten in der Bundespartei kandidieren will, einen „umfassenden Erneuerungsprozess“, um das verloren gegangene Vertrauen der Wähler wiederzugewinnen. Die FDP sei nach den Niederlagen bei den jüngsten Landtagswahlen in einer „besonders schweren Krise“ und fordere ihren Mitgliedern viel „Leidensfähigkeit“ ab, sagte Bahr. Sie brauche nun eine Mischung aus „Kontinuität und Neuanfang“. Bahr wird seit Tagen nachgesagt, er dränge genauso wie der designierte Parteichef Philipp Rösler und FDP-Generalsekretär Christian Lindner den Rheinland-Pfälzer Brüderle dazu, nicht mehr als FDP-Vize zu kandidieren. Meldungen, Bahr wolle es sogar auf eine Kampfkandidatur ankommen lassen, wenn Brüderle nicht zurückzieht, wurden von ihm nicht dementiert. Aufmerksamkeit errang in Duisburg der ehemalige Chef der NRW-Landespartei, Andreas Pinkwart, der sich ausdrücklich für den Verbleib des wirtschaftsliberalen Brüderle in der FDP-Spitze aussprach. Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Henning Höne, nahm Brüderle ins Visier. Wer den neuen Kurs von Rösler, Bahr und Lindner „als Säuselliberalismus“ bezeichne, wie das Brüderle getan hat, „wer so viel Glaubwürdigkeit konkret anhand einer Person verspielt hat, kann diesem neuen Team nicht mehr angehören“, sagte er. Von Rösler erhielt der Wirtschaftsminister eine Zusicherung, er werde auch künftig eine tragende Rolle in der FDP spielen, was unabhängig davon gelte, ob er Partei-Vize bleibe oder nicht. Brüderle werde „in jedem Fall Teil des Teams sein“, sagte Rösler dem „Focus“. Brüderle will sich künftig als Garant des liberalen Markenkerns einbringen. „Ich bin für FDP pur – ohne Zusatzstoffe“.asi/dpa

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