Brüssel : Belgien sucht Regierung

Nach dem starken Abschneiden der nationalistischen Neu-Flämischen Allianz (NVA) bei der Parlamentswahl am Sonntag steht Belgien eine schwierige Regierungsbildung bevor.

BrüsselKönig Albert II. lud NVA-Chef Bart De Wever und den Wahlsieger auf frankophoner Seite, Elio Di Rupo von den Sozialisten (PS), für Montagnachmittag zu ersten Konsultationen ein, wie es von unterrichteter Seite hieß. Die Ziele von NVA und PS klaffen weit auseinander.

Die NVA, die letztlich ein unabhängiges Flandern anstrebt, war aus dem vorgezogenen Urnengang in Flandern als stärkste Kraft hervorgegangen. Sie errang damit nach vorläufigem amtlichen Endergebnis 27 der 150 Sitze in der belgischen Abgeordnetenkammer.

Zweitstärkste Kraft im Parlament würden die Sozialisten mit 26 Sitzen. Sie hatten in der Wallonie und im überwiegend französischsprachigen Brüssel die meisten Stimmen erhalten. Belgiens Wahl- und Parteiensystem ist zweigeteilt und stark zersplittert. Die zum Teil nur recht kleinen Parteien treten jeweils in ihrer Sprachgruppe an, entsenden dann aber ihre Kandidaten in das gemeinsame Parlament.

In der Abgeordnetenkammer folgen auf die PS die frankophonen Liberalen (MR, 18 Sitze) und die flämischen Christdemokraten (CDV, 17 Sitze), die den scheidenden Ministerpräsidenten Yves Leterme stellen. Der rechtsextreme Vlaams Belang kommt voraussichtlich auf zwölf Sitze. Die Regierung muss aus frankophonen und flämischen Politikern bestehen. AFP

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