Politik : BSE: Böden werden untersucht

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Alarmiert, aber skeptisch haben Experten und Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke auf die These reagiert, der BSE-Erreger könne auch über Böden und Weiden übertragen werden. Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) forderte nach Tagesspiegel-Informationen die Europäische Kommission auf, sich erneut mit der Schafskrankheit Scrapie zu befassen. Scrapie ist mit BSE verwandt und gilt als Auslöser der Rinderseuche.

Funke forderte am Donnerstag schnellstmögliche Aufklärung angesichts entsprechender Erkenntnisse des Wissenschaftlichen Beirates Bodenschutz der Bundesregierung. Dessen Vorsitzender Hans-Willi Thoenes hatte von einem "hinreichenden Verdacht" gesprochen, dass der Erreger langfristig in Böden überdauere. Der SPD-Minister verwies auf wissenschaftliche Meinungen, wonach Prionen - das sind Eiweiße, die sich bei BSE krankhaft verändern - nicht von Pflanzen aufgenommen werden.

Mit Blick auf Srapie bat Ministerin Fischer die zuständige EU-Kommissionsabteilung für Gesundheit "eindringlich, den wissenschaftlichen Lenkungsausschuss schnellstmöglich mit dieser Thematik zu befassen, und gegebenenfalls die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen". Fischer sah sich veranlasst, den Brief zu schreiben, weil im BSE-Ursprungsland Großbritannien im vorigen Jahr 600 Scrapie-Infektionen bei Schafen gefunden wurden. Die Briten töten jedoch nicht wie in Deutschland die gesamte Herde, aus der ein infiziertes Tier stammt, sondern nur das Tier. Fischer hält es daher "für nicht ausgeschlossen, dass Material von möglicherweise BSE-infizierten Tieren in die menschliche Nahrungskette gelangt".

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