Politik : BSE: Erste Großviehanlage von Verdacht betroffen Rinderbestand bei Querfurt gesperrt

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In Sachsen-Anhalt ist bei einer verendeten Kuh ein BSE-Verdachtsfall festgestellt worden. Nach Angaben des Agrarministeriums des Landes hat ein BSE-Schnelltest am Sonnabendnachmittag einen bereits bestehenden Verdacht erhärtet. Der Test war als Referenztest angeordnet worden, nachdem bereits ein erster Schnelltest an der am 5. Januar eingeschläferten Milchkuh positiv ausgefallen war. Endgültige Klarheit müsse nun die Referenzuntersuchung durch die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen erbracht werden.

Das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts wies ergänzend darauf hin, dass mit dem vorliegenden Fall erstmals eine Großtieranlage von einem BSE-Verdachtsfall betroffen sei. Der Landrat des Kreises Querfurt-Merseburg konkretisierte diese Angaben und verwies darauf, dass es sich bei dem betroffenen Unternehmen um die Landwirtschaftliche Produktions- und Vertriebsgesellschaft in Mücheln mit einem Bestand von 950 Rindern handele.

Der Rinderbestand des Unternehmens sei amtstierärztlich gesperrt worden, teilte das Ministerium mit. Mit dem Ergebnis der Referenzuntersuchung werde nicht vor Mittwoch gerechnet. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohe die Tötung des gesamten Rinderbestandes. Dieser hat nach Angaben des Landesbauernverbandes einen Wert von rund einer Million Mark. Ein erster Verdachtsfall von BSE in Sachsen-Anhalt hatte sich seinerzeit nicht bestätigt. Ein auf den Azoren positiv auf BSE getestetes Rind sollte angeblich aus Sachsen-Anhalt stammen.

Mitten in der BSE-Krise werden die Verbraucher in Deutschland und Österreich von einem neuen Schweinemast-Skandal verunsichert. Tierärzte aus Bayern stehen im Verdacht, Hunderten von Schweinemästern illegal Arzneimittel verkauft zu haben, wie der "Spiegel" und das "Straubinger Tagblatt" berichteten.

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