Politik : BSE: Kein Blut von Westeuropäern

Das amerikanische Rote Kreuz will ein Blutspendeverbot für Personen verhängen, die seit 1980 in Westeuropa gelebt haben. Die Zeitung "USA Today" berichtete am Mittwoch, das Rote Kreuz wolle als Vorsorge gegen Folgen der Rinderseuche BSE die Regierung auffordern, das Verbot für alle Hilfsorganisationen zu verhängen. Die Präsidenten des Roten Kreuzes, Bernadine Healy, erklärte, die Maßnahme werde ernsthafte Folgen haben. Sie erwarte, dass etwa sechs Prozent der Blutspender verloren gingen. In anderen Ländern sind nur Personen von der Blutspende ausgeschlossen, die sich längere Zeit in Großbritannien aufgehalten haben. Einige Experten halten das Blutspendeverbot für unnötig.

"Es gibt nicht viele Beweise die zeigen, dass die Krankheit mit Bluttransfusionen übertragen wird", sagte der Bioethiker Art Caplan der "USA Today". Andere Hilfsorganisationen erklärten, sie würden bis zu 25 Prozent ihrer Blutspender einbüßen. Wie eine neue Variante der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auf den Menschen übertragen wird, ist weiterhin noch nicht geklärt. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit der Rinderseuche BSE.

In Deutschland haben die Gesundheitsbehörden empfohlen, Bürger von der Blutspende auszuschließen, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt länger als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben.

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