Politik : BSE-Krise: Millionen für die Opfer

Die britische Regierung hat Creutzfeld-Jakob-Kranken am Donnerstag finanzielle Hilfe in Millionenhöhe versprochen. Landwirtschaftsminister Nick Brown erklärte, die ersten Gespräche mit den betroffenen Familien sollten in der kommenden Woche stattfinden. Einzelheiten des Fonds wurden noch nicht bekannt. Lord Phillips, der Leiter zweieinhalbjähriger Untersuchungen, legte dem Unterhaus am Donnerstag den Bericht seiner Kommission vor. Danach werfen die Experten den Behörden insbesondere Fehler in ihrer Informationspolitik im Verlauf der BSE-Krise vor.

Experten vermuten, dass die betreffende Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK) durch den Genuss von Rindfleisch ausgelöst wird, das aus BSE-infizierten Beständen stammen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass BSE vermutlich erstmals in den 70er Jahren bei einer Kuh oder einem anderen Tier auftrat, das nach einer Genmutation erkrankte. Eine Epidemie habe sich entwickeln können, weil die Bauern die Überreste kranker Tiere zu Tierfutter verarbeiteten.

Rinderwahnsinn wurde erstmals 1986 identifiziert. Schlachthäusern wurden strengere Regeln auferlegt, damit das infizierte Fleisch nicht die Verbraucher erreichte. Wissenschaftler warnten im Mai 1990 vor einer möglichen Übertragung auf Menschen, nachdem die Krankheit bei einer Hauskatze diagnostiziert worden war. Doch erst im März 1996 erklärte die Regierung, BSE sei auf Menschen übertragbar. In dem Bericht hieß es, die Regierung habe eine Panik vermeiden wollen, weil sie geglaubt habe, dass das Risiko einer Übertragung gering sei. "Jetzt ist klar, dass diese Kampagne der Beruhigung ein Fehler war", hieß es weiter.

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