Politik : BSE: Niederlande warnen Konsumenten vor deutscher Wurst

Das niederländische Gesundheitsministerium hat die Verbraucher nachdrücklich dazu aufgerufen, keine Rindfleischprodukte aus Deutschland mehr zu essen. In einer Erklärung vom Freitagabend begründete das Ministerium dies mit einer entsprechenden Warnung des deutschen Bundesgesundheitsministeriums. In diesen Fleisch- und Wurstprodukten seien möglicherweise Materialien verarbeitet, die mit BSE verseucht seien. Das Haager Ministerium rät den niederländischen Verbrauchern zugleich, alle bereits gekauften deutschen Rindfleischprodukte in die Geschäfte zurückzubringen. Gewarnt wird vor allem vor gekochten Würsten, einschließlich Leberkäse, Frankfurter und Knackwürsten, sowie vor Trockenwürsten wie Salami sowie Brat- und Blutwürsten.

Das Ministerium wies darauf hin, dass in den Niederlanden bereits seit 1997 die Verarbeitung von Risikomaterialien wie Rückenmark, Milz und Hirn in Lebensmitteln verboten ist. Der niederländische Verbraucherschutzbund rief alle Schlachter und Supermärkte auf, von diesem Wochenende an kein deutsches Fleisch mehr zu kaufen. Im vergangenen Jahr importierten die Niederlande 62 000 Tonnen deutsches Rind- und Kalbfleisch.

Zuvor hatte bereits Belgien einem Rundfunkbericht zufolge angeordnet, Rindfleisch und Rindfleischprodukte aus Deutschland aus dem Handel zu nehmen. Der Radiosender RTBF berichtete am Freitagabend, Belgiens Gesundheits- und Umweltministerin Magda Aelvoet habe ihre Landsleute vor deutschen Rindfleischprodukten gewarnt. Eine offizielle Stellungnahme der belgischen Regierung lag zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur ANP hatte am späten Freitagabend gemeldet, in niederländischen Läden entfernten die Angestellten das Rindfleisch bereits.

Der Verbraucherschutz-Kommissar der Europäischen Union (EU), David Byrne, hatte vorübergehend einen deutschen Exportstopp für Risikofleisch gefordert, das möglicherweise Erreger der Rinderseuche BSE enthält. Nach dem Bekanntwerden mehrerer BSE-Fälle in Deutschland war in Österreich bereits am Donnerstag eine Importsperre für Rinder und Rindfleisch aus Deutschland in Kraft getreten.

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