Politik : BSE nun auch in den USA

Viele Länder stoppen Fleischimporte / McDonald’s-Aktien im Tief

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Washington (Tsp). Ein britisches Labor hat am Freitag bestätigt, dass eine Kuh aus den USA am Rinderwahn (BSE) erkrankt war. Bereits am Dienstag hatte die USamerikanische Agrarministerin Ann Veneman bekannt gegeben, dass die USA vermutlich ihren ersten BSE-Fall hätten. Das Tier der Rasse Holsteiner war eine von 4000 Milchkühen auf einer Farm im Staat Washington. Zwei Betriebe wurden gesperrt. Die Veterinärbehörden vermuten jedoch, dass sich das 1999 geborene Tier bereits in seiner Geburtsherde mit infiziertem Futter angesteckt haben könnte. Bis Freitag konnte nicht ermittelt werden, wo das Tier herkam. In den USA gibt es kein präzises Melderegister für Rinder.

Direkt nachdem Veneman den ersten Verdachtsfall bekannt gegeben hatte, erließen die wichtigsten Handelspartner der USA, Japan und Südkorea, Importverbote für amerikanisches Rindfleisch. 90 Prozent der amerikanischen Exportmärkte für Rindfleisch sind bereits geschlossen. Die Europäische Union sieht die USA schon seit Mitte der 90er Jahre als Risikoland. Zudem importiert die EU kein hormonbehandeltes Rindfleisch. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Die USA führen jährlich zehn Prozent ihrer Rindfleischproduktion im Wert von 2,6 Milliarden Dollar aus. An den Warenterminbörsen sanken die Preise für Rindfleisch-Kontrakte um den höchsten zulässigen Wert von 1,5 Cent pro Pfund. Die Aktien der Restaurantkette McDonald’s fielen um 5,2 Prozent, die von Tyson Foods, dem weltgrößten Fleischverarbeiter, wurden sogar um 7,7 Prozent abgewertet.

In Deutschland wurden in diesem Jahr 54 neue BSE-Fälle entdeckt. Von Januar bis November wurden 2,38 Millionen Tiere auf die Rinderseuche getestet.

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