• BSE: Verdacht trifft Familienbetriebe in Bayern - CSU: Schwerer Schlag für die Landwirtschaft im Freistaat

Politik : BSE: Verdacht trifft Familienbetriebe in Bayern - CSU: Schwerer Schlag für die Landwirtschaft im Freistaat

Lange war die bayerische Regierung zuversichtlich, dass die einheimische Landwirtschaft, die geprägt ist von Familienbetrieben, nicht in den BSE-Skandal hineingezogen würde. Nun sind binnen weniger Tage drei Verdachtsfälle aufgetreten. Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) zeigte sich betroffen: "Das ist ein schwerer Schlag für die bayerische Landwirtschaft". Er forderte einen Forschungsverbund auf Bundes- und Länderebene, um die Ursachen der Infektionskrankheit noch genauer zu untersuchen. Außerdem solle geprüft werden, ob die Strafen für einen Verstoß gegen das Futtermittelrecht ausreichend seien. Fütterung mit Tiermehl gilt als mögliche Infektionsursache für BSE.

Nach dem ersten Verdachtsfall im Oberallgäu, der am Sonntag inoffiziell als BSE-Erkrankung bestätigt wurde, wurden am Sonntag zwei weitere Verdachtsfälle bekannt. Beide Rinder kamen aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz. Ein Tier stammt aus einem Familienbetrieb im Kreis Neumarkt, das zweite komme aus dem Kreis Cham, bestätigten die zuständigen Landratsämter. Proben von allen drei Tieren werden im nationalen BSE-Referenzzentrum in Tübingen erneut getestet. Die betroffenen Schlachthöfe und Herkunftsbetriebe wurden vorsorglich gesperrt, das Fleisch wurde sichergestellt.

Bei den neuen Verdachtsfällen handelt es sich nach Angaben der Behörden um eine fünf Jahre alte Kuh aus Bayern, bei der bei einem Schnelltest der Verdacht auf Rinderwahnsinn festgestellt worden sei. Das Tier sei am Mittwoch in Crailsheim in Baden-Württemberg geschlachtet worden und habe bis dahin auf einem Bauernhof in einer Gemeinde im nördlichen Landkreis Neumarkt gelebt, erklärte der Neumarkter Kreissprecher Michael Gottschalk. Die BSE-verdächtige Kuh sei 1995 in dem landwirtschaftlichen Betrieb geboren worden. Insgesamt halte dieser Bauernhof 25 Kühe und rund 40 weitere Kleintiere. Eine weitere verdächtige Probe stamme aus einer Schlachtung in Furth im Wald vom Freitag, bestätigte das Sozialministerium. Das vier Jahre alte Tier komme aus einem Betrieb im Landkreis Cham. Das Rind habe bis zur Schlachtung den Bestand nicht gewechselt.

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