Union triumphiert, FDP stürzt brutal ab

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Live-Blog zur Bundestagswahl 2013 : Vorläufige amtliche Endergebnisse: FDP nicht im Bundestag, in Hessen aber drin
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18:45 Uhr: "Angie, Angie"-Sprechchöre im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale. Minutenlang. Dann sagt Merkel: "So, jetzt". Das sei ein "super Ergebnis". Sie dankt den Wählern für das "überragende Vertrauen". Damit werde man "verantwortungsvoll und sorgsam" umgehen. Sie dankt ihren Parteifreunden, ihrem Team - und ihrem Mann. "Der muss auch manches ertragen." Die CDU werde alles dafür tun, dass es vier erfolgreiche Jahre würden. Sie wollte sich noch nicht festlegen, wie es nun weitergehe. Sie wolle erstmal das Ergebnis abwarten. "Aber feiern dürfen wir heute schon."

Die Infografik zeigt, wie oft die Begriffe "AfD" und "FDP" bei Google eingegeben wurden.
Die Infografik zeigt, wie oft die Begriffe "AfD" und "FDP" bei Google eingegeben wurden.Infografik: Google

18:43 Uhr: SPD-Chef Sigmar Gabriel gibt zu: "Wir haben mehr erwartet." Er gratuliert Angela Merkel zum Ergebnis der CDU.

18:33 Uhr: AfD-Chef Bernd Lucke hat Blumen in der Hand, er ist hochzufrieden, obwohl seine Partei den Sprung in den Bundestag noch nicht geschafft hat. Das Ergebnis zeige, dass sich die Parteien nicht alles erlauben könnten. Er sprach von "verkrusteten Strukturen". Und: "Es gab so viel Entartung des Parlaments und der Demokratie." Bei den grünen stoßen sie schon auf Widerstand. Unsere Parlamentskorrespondentin Cordula Eubel berichtet von der Grünen-Wahlparty in der Columbia-Halle. Jedes Mal, wenn die AfD auf der Fernseh-Leinwand erscheint, ertönen laute Rufe: "Nazis raus, Nazis raus!"

18:25 Uhr: Auf der Wahlparty der Linkspartei in der Kulturbrauerei kommt es bei der Verkündung der ersten Prognosen zu frenetischem Jubel. Aber nicht aufgrund der eigenen Ergebnisse. Was bei den Parteimitgliedern für solche Freudensbekundungen sorgt, ist das katastrophale Abschneiden der FDP. Als Gregor Gysi unter lautem Jubel die Bühne betritt, hallen „Gregor, Gregor, Gregor“-Sprechchöre durch die Kulturbrauerei.

18:23 Uhr: Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin der Grünen, gibt Niederlage zu: "Das ist ein enttäuschendes Ergebnis. Das werden wir jetzt intern selbstkritisch analysieren und endgültige Konsequenzen ziehen." Ein schwarz-grünes Bündnis will sie aber nicht ausschließen. Es sei jetzt an Angela Merkel, eine Mehrheit für ihre Politik zu finden. Würde Merkel den Grünen Gespräche anbieten, würde man diese wohl annehmen, aber an deren Ende stünde keine schwarze Regierung. Sie betonte inhaltliche Differenzen, schloss aber nichts aus.

18:16 Uhr: Erste Hochrechnung bestätigt Prognose. Die CDU kommt nach ZDF-Hochrechnung auf 42,3 Prozent, die SPD auf 26,3 Prozent, die FDP scheitert mit 4,5 Prozent, die Grünen landen bei 8,0 Prozent, die Linke bei 8,5 Prozent und die AfD liegt bei 4,8 Prozent.

18:11 Uhr: Kurz durchatmen: Gewinner: eindeutig die CDU sie landet derzeit über 42 Prozent - das ist in Sitzen nicht weit von der absoluten Mehrheit entfernt. Die Alternative für Deutschland. Noch ist unklar, ob sie in den Bundestag einziehen. Derzeit haben sie es knapp verpasst, aber sie landen nur ganz knapp unter fünf Prozent. Verlierer: ganz klar die FDP. Sie fliegt nach derzeitigem Stand aus dem Bundestag. Die Grünen. Sie schneiden deutlich schlechter ab als sie selbst noch vor einigen Wochen erwartet hatten. Auch die Linken werden nicht zweistellig. Die Piraten. Sie scheitern klar an der Fünf-Prozent-Hürde.

18:10 Uhr: In der FDP geht als erster Christian Lindner in Position. "Wir haben Fehler gemacht", sagt er im ZDF.

18:09 Uhr: Auch in Hessen gibt es eine erste Prognose. Auch dort ist die FDP raus und die Union stärkste Kraft. Allerdings schneidet die SPD deutlich besser ab als im Bund. Mehr dazu hier.

18:05 Uhr: Die Situation ist sehr knapp. Derzeit ist Schwarz-Gelb ohne eigene Mehrheit. Sollte es die FDP aber im Lauf des Abends doch noch in den Bundestag schaffen, könnte es für das Bündnis von Union und FDP noch reichen. Auch für Rot-Rot-Grün gibt es keine klaren Verhältnisse, sollte es die AfD doch noch in den Bundestag schaffen, wären SPD, Grüne und Linke ohne Mehrheit. Allerdings ist Rot-Rot-Grün sowieso nur ein theoretisches Modell, da SPD und Grüne dieses Bündnis ausgeschlossen haben.

18:03 Uhr: Auch bei der ARD ein ähnliches Bild. Die FDP schafft demnach den Einzug in den Bundestag nicht.

18:02 Uhr: Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu 2009 gestiegen von 70,8 auf 72 Prozent.

Der Bundestag von innen
Ein Erinnerungsfoto hingegen ist natürlich erlaubt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Mike Wolff
22.09.2013 17:10Ein Erinnerungsfoto hingegen ist natürlich erlaubt.

18:00 Uhr: Für die FDP könnte sich der Wahlabend zu einem Desaster entwickeln. Die erste Prognose der Forschungsgruppe Wahlen um 18 Uhr sieht die Liberalen bei nur 4,7 Prozent und damit raus aus dem Bundestag. Dafür könnte die „Alternative für Deutschland“ die Fünf-Prozent-Hürde knacken. Sie liegt nach der ersten Prognose bei 4,8 Prozent. Die Union wird mit 42,5 Prozent klar stärkste Kraft. Peer Steinbrück konnte das Ergebnis seiner Partei im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl immerhin ein wenig verbessern. Die SPD landet nach der ersten Prognose bei 26,5 Prozent. Die Grünen kommen auf 8,0 Prozent und die Linkspartei auf 8,5 Prozent. Die Piraten schaffen den Einzug in den Bundestag klar nicht.

Die ersten Prognosen sind aber mit Vorsicht zu betrachten. Die Situation ist auch laut den Wahlforschern noch sehr im Fluss. Aber gleichwohl kann man festhalten, dass es eine Zitterpartie für die FDP wird. Sollte sie den Einzug in den Bundestag tatsächlich verpassen wäre das ein Novum in der bundesdeutschen Geschichte, denn bisher hat es die FDP immer in den Bundestag geschafft – und das nach ihrem besten Wahlergebnis aus dem Jahr 2009. Damals landeten sie noch bei 14,6 Prozent.

Festhalten kann man nach der ersten Prognose auch, dass SPD und Grüne ihr Ziel, eine rot-grüne Mehrheit zu erreichen, verpasst haben. Die Grünen waren mit großen Erwartungen gestartet, haben dann aber wohl auch durch die Pädophilie-Debatte und ihre Steuerpläne an Boden verloren. Der SPD und Peer Steinbrück ist es nicht gelungen, Bundeskanzlerin Angela Merkel entscheidend zu schwächen. Vor allem der holprige Start in die Kanzlerkandidatur hing Steinbrück sehr lange nach.

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