TV-Duell : Spielregeln, Ablauf: alles geplant

Kameras, Begrüßung, Redezeiten, Ablauf, Themen: Alles ist beim TV-Duell abgesprochen und schriftlich festgehalten. Eine Unwägbarkeit bleibt.

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Der Herausforderer Peer Steinbrück wird sich diesen Sonntag ins Zeug legen, diesen Trend zu brechen.Weitere Bilder anzeigen
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02.09.2013 07:58Der Herausforderer Peer Steinbrück wird sich diesen Sonntag ins Zeug legen, diesen Trend zu brechen.

Das TV-Duell ist bis ins Letzte geplant, wie bei den drei Ausgaben zuvor. Es wird das gleiche Studio sein wie vor vier Jahren, der gleiche Regisseur, auch die Regeln bleiben unverändert.

Ablauf und Spielregeln

Ort des eigentlichen Geschehens ist das Studio B in Berlin-Adlershof. In dem 635 Quadratmeter großen, in sanftem Himmelblau gehaltenen Studio kommen neun Kameras zum Einsatz, das Ganze wie immer ohne Studiopublikum. Rund 800 akkreditierte Journalisten und Gäste sitzen im Pressezentrum, rund 100 Meter entfernt, darunter zahlreiche Politiker und auch Prominente wie Annette Humpe, Christoph Metzelder oder Uschi Glas. Regie führt Volker Weicker, der schon die ersten drei TV-Duelle ins Bild setzte. Das Studio sollte nach letzten Proben mit Kameras und Moderatoren am Freitagnachmittag bis Sonntagabend versiegelt werden.

Peer Steinbrück wird dann am Sonntag gegen 19 Uhr 15 in Adlershof erwartet, die Kanzlerin kurz danach, in Absprache mit dem Bundeskriminalamt. Ein zweieinhalbseitiges, von allen Beteiligten unterschriebenes Regelwerk gibt Moderatoren und Politikern vor, was in der Diskussion geht und was nicht. Stichwort: Augenhöhe. Angela Merkel und Peer Steinbrück stehen seitlich versetzt nebeneinander an einzelnen Pulten, ihnen gegenüber die beiden Moderatoren-Paare Maybrit Illner und Peter Kloeppel sowie die beiden Duell-Novizen Stefan Raab und Anne Will, die Paare jeweils an einem Pult. Die Politiker sollen sich durchaus in die Augen schauen können. Sie müssen sich nur leicht in der Hüfte drehen, merkte Kloeppel bei der Studiovorstellung am Freitag an.

Kamerapunkte oder Lichteinfallwinkel sind nicht vorgegeben. Anders die Zahl der zu behandelnden Themenkomplexe: nämlich fünf. Die Kandidaten haben gleich viel Redezeit und die Moderatoren gleich viele Fragen. Die Themenpalette dürfte breit gefächert sein: von Syrien, Euro-Krise und Steuerplänen über Familienpolitik sowie Miet- und Strompreise bis zu Pkw-Maut, NSA-Geheimdienstaffäre und Koalitionsoptionen. Konkreter wollten Sender und Moderatoren vorab nicht werden. Zu jedem Komplex gibt es eine Einführungs-Frage, die Merkel und Steinbrück gleichermaßen gestellt wird. Beide haben 60 bis 90 Sekunden Zeit für ihre Antwort. Alle 15 Minuten werden die Zeitkonten eingeblendet. Differieren beide Konten zu stark (maximal 60 Sekunden Unterschied sind erlaubt), wird interveniert. Die Eingangsfrage erhält Steinbrück, die letzte Antwort gibt Merkel, bevor beide Politiker ein 90-sekündiges Schlussplädoyer halten können. Während des 90-minütigen Duells gibt es keine Filmeinspieler und keine Werbepausen, auch nicht bei den Privatsendern.

Eine Unwägbarkeit bei diesem TV-Duell bleibt, bei allen Absprachen: Was passiert, wenn am Sonntagabend, 20 Uhr, in Syrien die Raketen der US-Amerikaner einschlagen? „Dann würden wir reagieren“, sagt Maybrit Illner. Es gebe auch die Möglichkeit, die eine oder andere Frage zusätzlich zu stellen.

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