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Buback-Prozess : Ex-RAF-Terroristin Verena Becker will aussagen

Wende im Prozess um den Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Buback: Die Verteidigung hat eine umfassende Aussage der angeklagten früheren RAF-Terroristin Verena Becker angekündigt.

Auf dem Weg ins Gericht. Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker in Stuttgart.
Auf dem Weg ins Gericht. Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker in Stuttgart.Foto: dapd

Nach mehr als anderthalb Jahren im Prozess um die Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback will sich die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker erstmals zu den Tatvorwürfen äußern. Becker werde am 14. Mai eine Erklärung abgeben, kündigte ihr Verteidiger Hans Wolfgang Euler am Donnerstag in der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart an. Becker werde etwa 15 bis 20 Minuten lang sprechen. „Sie kann einige Sachen so nicht stehenlassen“, sagte der andere Verteidiger Hans Wolfgang Euler außerhalb des Verhandlungssaals. Becker werde sich „umfassend zur Sache äußern. Sie wird sich nicht verstecken.“ Auf die Frage, was Becker sagen werde, antwortete Euler: „Sie wird sagen: ja oder nein.“

Kurz vor Ende der Beweisaufnahme vor zwei Wochen war die Nebenklage mit einem fragwürdigen Beweisantrag auf ganzer Linie gescheitert. Ein wegen Betrugs vorbestrafter und vermutlich psychisch kranker Ex-Mitarbeiter des ungarischen Geheimdienstes sollte als Zeuge gehört werden. Mit der Vernehmung von Wilhelm C. solle bewiesen werden, dass Verena Becker Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 erschossen habe.

Bilder: Die Opfer der RAF

Die Opfer der RAF
Treuhandchef Detlev Rohwedder wird am 1. April 1991 in seinem Wohnhaus erschossen. Durch seine Tätigkeit, alte DDR-Konzerne zu privatisieren, wird Rohwedder zur Zielscheibe der RAF. Er ist das letzte gezielte Mordopfer der Terroristen.Weitere Bilder anzeigen
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C. habe einen Tonbandmitschnitt der DDR-Spionage gehört, auf dem Verena Becker mit Blick auf Buback sinngemäß gesagt habe: „Ich habe den Hund erschossen.“ Das Oberlandesgericht Stuttgart lehnte aber die Vernehmung des Mannes, der im Gerichtssaal erschien, wegen „völliger Ungeeignetheit des Beweismittels“ ab.

Bildergalerie der RAF-Terroristen:

RAF-Terroristen
Birgit Hogefeld wird 1956 in Wiesbaden geboren und zählt zur sogenannten "dritten RAF-Generation". Hogefeld soll an der Ermordung des US-Soldaten Edward Pimental und bei dem Anschlag auf die US-Airbase im August 1985 Mittäterin gewesen sein. Sie wird nach einer Schießerei im Juni 1993 in Bad Kleinen festgenommen und wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 2007 und 2010 lehnt Bundespräsident Köhler Gnadengesuche Hogefelds ab. Seit 2009 ist sie als Freigängerin im offenen Vollzug. Im Juni 2011 hat Hogefeld 18 Jahre ihrer Strafe verbüßt und ihre Entlassung wird angekündigt. Bei der Entscheidung wird berücksichtigt, "dass sich die Verurteilte in deutlicher Form von der RAF losgesagt und ihrerseits die persönliche Verantwortung für die von der damaligen RAF begangenen Straftaten übernommen hat". Die Reststrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.Weitere Bilder anzeigen
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10.06.2011 16:14Birgit Hogefeld wird 1956 in Wiesbaden geboren und zählt zur sogenannten "dritten RAF-Generation". Hogefeld soll an der Ermordung...

Die 59-Jährige ist angeklagt, als Mittäterin an der Ermordung Bubacks am 7. April 1977 beteiligt gewesen zu sein. Michael Buback, Sohn des RAF-Opfers und Nebenkläger im Prozess, ist davon überzeugt, dass Becker selbst die Todesschützin gewesen ist. Hierfür hat der Prozess allerdings bislang keine belastbaren Anhaltspunkte ergeben. (dpa)

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